ehe man mit den Schlüsseln kam, gab er kein Zeichen von Ungeduld.
Ludwig war aufmerksam geworden. Er wechselte sogar den Standort, um genauer zu sehen.
,, Den Herrn da, Steiger, sehen wir beide heut nicht zum ersten Mal."
,, Den großen im Pelz oder welchen?"
,, Er ist ein Onkel von mir oder doch etwas Ähnliches."
Ja, er kannte den Mann. Damals vor dreizehn Jahren war er dabei gewesen, als man Ludwigs Mutter in der Annenkirche bestattete, als ein abgelebtes Europa mit verschollenen Titeln um ihren schmalen Sarg versammelt war. In all seiner Trauer hatte Ludwig ihn wahrgenommen, als einen der wenigen unter den Herrschaften, die nicht grenzenlos ordinär”
waren.
Steiger fragte noch etwas. Aber Ludwig hörte nicht mehr. Er war an die Gruppe der drei Begleiter herangetreten. Einer von ihnen, der jüngste, wandte ihm mit zusammengezogenen Brauen das Gesicht zu. ,, Ich möchte mit Seiner Hoheit ein paar Worte reden."
Alle drei Herren musterten ihn, erstaunt und unwillig. Sie schickten auch einen Blick über Steiger hin, der näher gekommen war.
,, Seine Hoheit ist im Begriff abzureisen, wie Sie sehen."
In der Tat war jetzt ein Bahnbeamter mit einem 262


