einmal wagen, für ihn Partei zu nehmen. Nun konnte man ihm endlich, endgültig, den Besitz und Stolz seines Lebens stehlen, konnte das kostbare Lager an die ungeduldigen germanischen Händler verschleudern, nachdem die ihrerseits ihre Schmiergelder verteilt hatten.
Unter dem neuen Schlag brach Wetzlar nieder. Diese rohe Sinnlosigkeit, dies hohnlachende nackte gemeine Unrecht, war zu viel für ihn. Er schloß sich zwei Tage lang ein, nahm nichts zu sich, niemand bekam ihn zu Gesicht. Aber in der Nacht vom zweiten Tag auf den dritten weckte er den Chauffeur und fuhr durch die ausgestorbenen Straßen zum Zentrum.
Ein paar Ecken vom Roßmarkt entfernt, ließ er halten, verbot Martis kurz, ihm zu folgen, und begab sich auf einem rückwärtigen Wege, auf dem sein Fuß jede Bordschwelle kannte, zu seinem Geschäft. Er betrat den Laden von innerhalb. Da immer noch ein ganz schwacher Schimmer zu seinem Sehnerv drang, machte er Licht und tastete zwischen seinen Schätzen umher. Vermutlich wollte er sich überzeugen, ob noch alles vorhanden sei. Möglicherweise auch lag es in seiner Absicht, einzelne Stücke für sich zu retten, an deren Schönheit oder Seltenheit er hing: jedenfalls wurde später eine Münze, eine einzige, in seiner Rocktasche gefunden.
Jeder Zollbreit Boden hier war ihm vertraut. Trotzdem stolperte er über einen Schemel, der unordentlicher und ungewohnter Weise im Weg stand. Das
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