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Essensentzug, Einzelhaft ohne Licht vierzehn Tage lang aber wenn er herauskam, war er doch immer wieder der Alte. Dann haben sie's immer schlimmer gemacht. Ich hab ihn ja bloß zweimal gesehen in der langen Zeit. Aber ein Kamerad, der entlassen worden ist, hat mir davon erzählt in Berlin . Das Schlimmste war das mit dem Affen... Man muß den Heinrich gekannt haben, um das recht zu verstehen.
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Also an einem Sonntag war der Obersturmführer Hartwig fort, und ein anständiger Truppführer hat Dienst gemacht, und der hat einen Zigeuner vom Jahrmarkt ins Lager hereingelassen mit einem Affen, der Kunststücke gekonnt hat. Er dachte, die armen geschundenen Kerle müssen auch einmal ein Vergnügen haben. Der Affe war so ein kleiner, er konnte trommeln und präsentieren und sonst solche Sachen. Und mein Heinrich war ganz närrisch mit ihm. Viecher hat er immer so gern gehabt. Die wissen zu leben, hat er immer gesagt. Unsereiner, hat er gesagt, ist ganz selten einmal er selbst, meistens stehen wir am Morgen auf und sind miserabler Laune und verhunzen uns selber den Tag. Aber so eine Katz' oder ein Pudel ist jeden Tag dasselbe, genau das Geschöpf wie Gott es gewollt hat, immer vollkommen, vom ersten Atemzug bis zum letzten. Die sind die große Lehre, das Beispiel. Und so müßten wir auch sein... Also mein Heinrich ist ganz außer sich vor Glück mit dem Affen. Er redet mit ihm und springt mit ihm herum, er macht sogar einen Handstand vor
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