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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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,, Ich bin Ihnen von ganzem Herzen dankbar."

,, Sie müssen natürlich Ihr Aussehen verändern und sich so photographieren lassen. Was für Sprachen sprechen Sie denn?"

,, Französisch und Englisch gut. Spanisch mittel­mäßig.'

دو

,, Damit kann man nichts anfangen. Warten Sie jetzt nebenan!"

Im Nebenzimmer waren zehn oder zwölf Personen versammelt, jüngere Leute meist, teils proletarischen, teils intellektuellen Aussehens. Ludwig fand seinen Platz auf einem primitiven Diwan neben einem jüdi­schen Mädchen mit Brille, das ein gewandartig fließendes Kleid trug. Er bekam Tee, das halbwüch­sige Kind brachte ihm mit vorwurfsvollem Blick eine Tasse davon, schon gezuckert, mit zuviel Milch. Es wurde mäßig geraucht, wahrscheinlich waren die Meisten zu arm dazu.

Von den Stimmen, die Ludwig vorher vernommen hatte, war nur eine einzige übrig geblieben. Sie ge­hörte einer Frau mittleren Alters, die in einem Sessel eine Art Ehrenplatz einnahm.

دو

Walburga Nothaft," flüsterte das jüdische Mäd­chen ihm zu. Aber er hätte auch so ihrer Rede ent­nommen, daß sie die Witwe Heinrich Nothafts war, des Dichters, Schwärmers und Wanderredners, des­sen ,, Selbstmord" in einem der Lager vor kurzem be­kannt geworden. Sie war eben aus Deutschland ge­kommen, voll von dem Grausigen, das sie wußte. Sie

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