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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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,, Alles ist hier wahrhaft revolutionär

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so wie

auch Michelangelo revolutionär war: der ganze künst­lerische Ausdruck in seiner schonungslosen Heftig­keit, dies sich nicht genug tun Können, die männliche Feindschaft gegen alles Beschönigende, Glatte, Freundliche. Sie brauchen sich nur einmal vorzustel­len, was Goethe gesagt hätte vor dieser so unbedingt hervorschießenden Leidenschaft, jener befriedete Goethe meine ich, dem bekanntlich ,, ein Unrecht lie­ber war als eine Unordnung"- ein Glück, daß er nichts gewußt hat von ihm! Aber es hätte ihn schwer­lich geniert. Er hätte sich abgewendet so wie Luther, nicht mit unflätiger Schimpfrede natürlich, sondern mit einer seiner listig vereinfachten Formeln, einem der Heil- und Trostsprüche, mit denen er wie mit einer schweren Steinplatte den eigenen innern Ab­grund verschloẞ."

So allerdings hatte sich Prinz Ludwig Kunstge­schichte nicht vorgestellt. Sie konnte also doch etwas anderes sein als ein ,, Zeitvertreib für jüngere Söhne." Nicht Vorwand, Fleißaufgabe und preziöse Spielerei, sondern wahrhafte Geisteswissenschaft, Beitrag zur Ausgestaltung des Daseins.

دو

Er hatte sich Rottecks Hauptwerk verschafft, seine Geschichte des Portraits in Europa ," von der bis jetzt vier Bände erschienen waren, und auf die sich sein Ruf gründete. Ein ungeheures Tatsachenwissen war hier mit römischer Klarheit geordnet. Die Mei­ster lebten, und die sie dargestellt hatten, lebten auch.

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Institut für neuere deutsche Literatur der Justus- Liebig- Universität Gießen