seinem älteren Sohne neu aufflammen zu sehen. Als Münzensammler hatte er Rang und genoẞ Ansehen unter den Fachleuten. Vermutlich hatte er zuerst einfach sein Vergnügen daran gehabt, seine Ahnherren und Verwandten in Edelmetall beieinander zu haben. Aber dieser Hang hatte sich langsam zu wirklicher Kennerschaft gewandelt. Er verbrachte mehr Zeit in den Kammern Johanns des Gläubigen als in seinem Arbeitszimmer.
Gerade als an der sächsischen Sammlung nicht viel mehr zu tun blieb, hatte ihn eine Italienfahrt in die Münzkabinette von Turin und Neapel geführt. Und hier, ganz zur rechten Zeit, hatte sich seiner ein neuer Ehrgeiz bemächtigt, vor dem die fast kompletten Herzöge und Kurfürsten alsbald zurücktraten. Dieser neuen Leidenschaft war das dritte, kleinste Zimmer gewidmet.
Eine Sammlung altgriechischer Münzen war hier vereinigt, nicht umfangreich, doch erlesen. Um jedes ihrer Stücke war auf den Auktionen von London und Paris gerungen, für manche waren Preise bezahlt worden, über die in der herzoglichen Finanzdirektion Kopfschütteln entstand. Wetzlar, der Frankfurter Antiquar, der diese Ankäufe vermittelte, war in der Finanzdirektion kein beliebter Mann. Aber ihm hatte es Herzog Philipp zu danken, wenn sein griechisches Münzkabinett neben den großen europäischen Sammlungen ernsthaft mitzählte.
Seine Leidenschaft war umso konzentrierter und
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