auf die Einlösung des Königswortes, an dessen Unverbrüch- lichkeit zu zweifeln Frevel war!
Dann starb Friedrich; er hat den Zeitpunkt für die Ein- führung der Verfassung nicht festgesetzt, so daß auch sein
Sohn und Nachfolger diese Einführung weiterhin verbieten konnte.
Friedrich Wilhelm III. geriet eben nicht mehr in eine Not- lage, in der er„Zusicherungen” an das Volk„aus ganz freier Entschließung‘ hätte geben müssen. Von der Mach"Napoleons befreit, trat er ein in die„Heilige Allianz ’ mit den Beherrschern Rußlands und Oesterreichs . Die Aufgabe dieser„Heiligen Allianz war das gemeinsame Niederschlagen alles ‚dessen, was den Menschen heilig war, ihre Freiheit und jegliche Re- gung freien Denkens.
„Es wollten viel treue Gesellen Sich kaufen ein Vaterland;
So mancher Mutter Kind;
Ihr Grablied sangen die Raben, Die dort geflogen sind.
Was fraget ihr, Todesgenossen, Die ihr da unten ruht;
Was half es, daß geflossen, So viel von rotem Blut.
Und dennoch: Die Menschenrechte ließen sich in Deutsch - land noch unterdrücken, aber sie gewannen Raum in den Herzen und Hirnen der Menschheit. Im Westen des Reiches hatte man einen Hauch der Revolution verspürt; die Herr- schaft Napoleons war vom Geiste der Revolution durchweht.
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