der Hohenzollern zu Macht- und Gelderwerb paßte, da gab es für sie keinen Erbfeind; der war nur für das Volk da, um es für die Interessen der Hohenzollern in Tod und Verderben zu treiben.-
Die deutschen Fürsten , und zu seiner Zeit an ihrer Spitze Friedrich Wilhelm I. von Hohenzollern , sie wollten keine Zentralgewalt in Deutschland , keine Zusammenfassung der Deutschen als Nation unter der Herrschaft eines deutschen Kaisers. Der so verderbliche Partikularismus war die Form, in der die Beherrscher der vielen Kleinstaaten willkürlich regieren und sich bereichern konnten. Und weil auch Frank- reich ein starkes Deutschland nicht wünschte, deshalb verband sich der Große Kurfürst mit Ludwig XIV. zum Landesverrat und ließ sich diesen Verrat gut bezahlen.
Dem deutschen Volke wäre im Dreißigjährigen Krieg schon und seit dem Dreißigjährigen Krieg viel Blutvergießen erspart geblieben, wenn nicht der Große Kurfürst seine persönlichen Interessen und die seiner Familie den Interessen des Volkes vorangestellt hätte.
Sein Sohn machte Brandenburg zum Königreich Preußen. Auch das lebt in der Vorstellung des Durchschnittsdeutschen so, als seien sie dadurch den Hohenzollern zu ganz besonderem Dank verpflichtet. Wieso der Untertan eines Königs irgendwie besser gestellt ist als der eines Kurfürsten, das weiß kein Mensch zu sagen, und es ist auch nirgendwo verzeichnet, welchen Nutzen das Volk durch die Umwandlung des Kur- fürstentum in ein Königreich erfahren hätte. Aber dem Sohne des Großen Kurfürsten genügte der Titel Kurfürst nicht mehr; auch seine Frau drängte zu noch größerer Prachtentfaltung, als sie ohnehin schon am kurfürstlichen Hofe betrieben wurde.
Zehntausend Söhne des Brandenburger Landes wurden ihren Familien entrissen und dem Kaiser als Soldaten zur Verfügung gestellt; das war der Preis, mit dem Friedrich seinen Königs- titel bezahlte. Zehntausend Brandenburger mußten ihre Heimat
s0


