Sein Deutschtum zeigte er in seinen Verträgen mit Ludwig XIV. von Frankreich gegen den deutschen Kaiser. In seinem Vertrage vom 25. Oktober 1679 wurde der Große Kurfürst faktisch zu einem Beamten des Königs von Frankreich und Branden burg zu einer französischen Kolonie. Durchzugsrecht für die französischen Truppen und deren Aufnahme in die brandenburgischen Festungen, wenn die Kriegslage dies erfordern sollte, das bewilligte den Franzosen der Große Kurfürst, der die Oberhoheit des deutschen Kaisers über sich nicht anerkennen wollte. Im Artikel 13 dieses Vertrages heißt es: ,, Stirbt der Kaiser, ohne daß ein Nachfolger gewählt ist, so stimmt und wirbt der Kurfürst wieder in erster Linie für den König von Frankreich , da er ihn vermöge seiner hohen und heroischen Tugenden und seiner Macht für fähiger als jeden andern hält, die Kaiserkrone zu tragen."
Hunderttausend Lire jährlich waren der Preis, mit dem sich der Hohenzoller diese gute Meinung über den König von Frankreich bezahlen ließ. Dieser Betrag wurde verdreifacht, als der Kurfürst am 11. Januar 1681 gelobte ,,, Recht oder Unrecht eines französischen Gesuchs um Waffenhilfe nicht zu untersuchen". Also auch bei offenkundigem Unrecht den Franzosen zu helfen, verpflichtete sich dieser deutsche Fürst 1684 erhielt er gegen einen Sold von 300 000 Lire im Jahr. eine weitere Zulage; der König von Frankreich erhöhte die jährlichen Zahlungen an den Großen Kurfürsten um weitere 200 000 Lire, also auf eine halbe Million Lire, als Friedrich Wilhelm sich verpflichtete, einen Reichskrieg gegen Frankreich zu verhindern.
Nicht die Freundschaft mit Ludwig XIV. , nicht die Verhinderung des Kriegs soll hier an den Pranger gestellt sein, sondern die bezahlte Freundschaft und die Gründe, aus denen der Krieg verhindert wurde, und es soll daran erinnert werden, wieviel Blut geflossen ist infolge der planmäßigen Schürung des Hasses gegen den Erbfeind. Wo es in die Pläne
4 Knüppel auf dem Wege zur Demokratie
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