besseres Angebot gemacht:. Kaiser Maximilian erwirkte beim Papst, daß Albrecht Kardinal wurde, ohne die dafür festgesetzten Gebühren bezahlen zu müssen.
Nachdem sein Bruder Kardinal geworden war, teilte Joachim seinem französischen Partner mit, die Aussichten für die Wahl seien gering, weil der Habsburger mehr geboten habe. Nur Geld könne helfen, und dieses Geld müsse schnell und reichlich übersandt werden.
Die Antwort darauf wartete er nicht ab, sondern trat sofort wieder mit dem alten Kaiser in Verhandlungen ein. Der Kaiser äußerte sich zwar recht abfällig über die Habgier und Untreue des Hohenzollern ; er wollte jedoch seinem Enkel die Kaiserwürde sichern, und dazu brauchte er die Stimme des Kurfürsten. Es kam also zu einem neuen Abkommen: Die Brandenburger gaben den Franzosen die Prinzessin zurück, behielten aber die 12 000 Lire, die sie für das erste Vertragsjahr bereits erhalten hatten. Der Kurprinz verlobte sich mit der spanischen Braut, wodurch er mit der Verwandtschaft des deutschen Kaisers und spanischen Königs in Verbindung trat; der Kaiser verpflichtete sich, für Ehegeld und Schmuck sofort 100 000 Gulden und später noch weitere 300 000 Gulden zu zahlen.
Vor der Wahl kam es dann noch zu einem dritten Verkauf derselben Stimme für dieselbe Wahl: Der König von Frankreich erhöhte die Mitgift der Prinzessin auf 200 000 Taler; Joachim stellte das Verlöbnis seines Knaben mit der Französin wieder her.
Als ,, den Vater aller Habgier" bezeichneten die spanischen Unterhändler für die Kaiserwahl den Kurfürsten von Branden burg ; es fällt hierbei aber auch ein Licht auf die Wahl an sich. Es waren ja nicht nur die Stimmen der beiden Hohenzollern käuflich; die deutsche Kaiserwürde wurde an den Meistbietenden verschachert. Und es muß sich doch wohl gelohnt haben,
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