Te
Stellungnahme gegen Hus ist näheres nicht bekannt, aber Friedrich war der einflußreichste Ratgeber Kaiser Sigismunds, der Hus freies Geleit nach Konstanz zugesichert hatte und dessen Tod auf dem Scheiterhaufen verantwortete. Und in dem daran anschließenden Kampf gegen die Hussiten stand Friedrich I. als Reichsfeldherr an erster Stelle; der päpstliche Gesandte segnete ihn zum Hussitenkrieg ein, und die Bischöfe gürteten ihn mit dem Schwert; er hat allerdings keine Lor- beeren ‚geerntet.
Die Verbrennung Martin Luthers konnte Joachim I. nicht erreichen, aber den Haß gegen den Mann, der das Geschäft mit dem Ablaßhandel verdorben hatte, bekundete der Kurfürst noch auf seinem’'Sterbebett; er ließ hier seine Söhne schwören, der katholischen Lehre treu zu bleiben. Sein Nachfolger, Joachim I. , hielt diesen Schwur vier Jahre lang; ein jüngerer Bruder, Hans von Küstrin , brach ihn gleich nach dem Tode des Vaters und trat zur neuen Lehre über.
Es war nicht nur das verdorbene Geschäft, wegen dessen der Hohenzoller den Reformator haßte; auch eine Liebes- geschichte brachte Joachim mit Luther in persönlichen Gegen- satz.[Maurenbrecher berichtet darüber in seiner„Hohen- zollernlegende“:„Im Jahre 1525 lernt der Kurfürst die junge Frau eines Bürgers, des Wolf Hornung, die Tochter eines Ber- liner Bürgermeisters, kennen und wird auf Despotenweise in sie verliebt. Seit einem Jahr war sie mit Wolf Hornung ver- heiratet und Mutter einer eben geborenen Tochter. Der Mann hatte zur Hofgesellschaft des Kurfürsten gehört und oft an seinen Gelagen sich freundschaftlichst beteiligt. Zunächst ist er ahnungslos; dann merkt er, wie es zwischen dem Fürsten und seiner Frau steht. Der Kurfürst versucht, ihn in Frieden dazu zu überreden, daß er der Frau erlaube, zum Kurfürsten zu gehen, sobald er nach ihr schicke. In diesem Gespräch fällt das charakteristische Wort:„wenns gleich nicht die wäre, dann wäre es eine andere; ihm hätte in 18 Jahren noch keine
39


