Es ist uns verblieben der Geist in uns, der zu schauen vermag was zusammengehört, über Raum und Zeit hinweg und durch alle physischen Maskierungen das Gleiche ans Licht rückt, denn er dringt immer und überall auf Einheit: Wer, wozu wir aufgerufen sind durch die Ereignisse, in ihnen zugleich Entwicklungen zu sehen vermag, der wird von dem Haupt- Akteur aus an eine Gestalt zurückverwiesen, in der sich veranlagt, vereinigt findet, was sich entwickelte und zuletzt Ereignis, Geschichte wurde: Kant, der Philosoph! Und es ist heute das für alles und jedes Leben Ausschlaggebende, den Abstand von Kant zu erringen, errungen zu haben, nicht in ihm verschlungen zu bleiben, in dem alles deutsche Leben verschlungen war, ja noch heute verschlungen ist. Denn in ihm ist urbildhaft vorhanden, urbildhaft veranlagt, was auch jetzt und täglich uns bedrängt.
Es gehört zu den Notwendigkeiten heutigen Lebens, gemäß der neuen Lage mit ihren Enthüllungen und Forderungen, sich mit Kant zu beschäftigen und in neuer Weise.
Nicht wahr? das ,, Führer"-Bild hat eine ebenso gewaltige wie gewaltsame Revision und Korrektur erfahren, und wie mit einem Zauberschlage ist mit ihm seine Welt, eine ganze Welt voll Blendung und Wahn verschwunden wie ein Spuk; selbst Besessenheit muß sich den Tatsachen fügen und gewissen Einsichten, wenn auch widerwillig, Raum geben. Und im Grunde wird niemand auch jetzt abseits gelassen, und hier macht sich der Totalitätsanspruch einmal wahr: die letzten Ereignisse gehen durch uns hindurch, daß Niemandem sich ihnen zu entziehen gestattet ist. Was heißt demnach, uns in dieser Stellung und Haltung erfaßt und gesehen, in dieser ,,, in neuer Weise" sich mit Kant zu beschäftigen? Das wird es heißen: uns Kant entgegenzustellen mit der zusammengefaßten Totalität unseres Wesens, dieses Kant- Studium muß ein ebenso entscheidendes Ereignis werden und zwar deshalb, weil es von jenem gefordert wird als notwendiger Ausgleich einer Überwindung, die von uns geleistet werden muß. Jeder kämpft und überwindet für sich und steht, siegt doch auf dem gemeinsamen Kampffelde im Namen der Menschheit gegen die Feinde der Menschheit. Angelegenheit der Persönlichkeit ist so zugleich eine die ganze Menschheit betreffende. Darin spricht sich aus und das soll bedeuten: Dem Machtkampf muß ergänzend ein Geisteskampf von ebensolchem Umfange folgen. Der Sieg der Großmächte dieser Welt ist trotzdem nichts nutze, ihm wird keine befriedete Welt und befreite Menschheit im ,, Dauerfrieden", wenn er, was ohne zugleich aus
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