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Der Geist der Mitte : das andere Deutschland : die "Umschulung" der Deutschen / August Blume
Entstehung
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Verleugnung wahren Wesens Weltgeschichte zurückgehalten, und Stillstand, der Rückschritt, Fall ist, ist ständig gewesen bis ins end­lich gültige, nicht zu leugnende Verderben. Der verlorene, nein, es ist nicht herauszusagen, was herauszuschreien ist: der bis zum offenen Hohn des Bösen selbst schandvoll- schmählich verratene Geist, eine ganze Büberei, jenem hörig und dienstbar wie nie zuvor, im Volke, wenn auch nicht des Volkes, erteilte diese Lehre. Einem, dem Volke. Aber damit ist eine Frage an die Welt gestellt! Ist sie damit nicht der Welt erteilt, diese Lehre? Auch sie hat offenbar zu antworten. Und geistgemäß! Ist sie, so ist zu fragen hier, jetzt, die Katastrophe, die hereinbrach, alle schützenden Dämme wie Kinderspielzeug schließlich beiseite schiebend, nicht Durchbruch schuldvoll gestauter und so in Gegenkraft gestautes, verwandeltes Spiel der Kräfte, dem Entwicklung vorenthalten wurde? Hat das schuldvoll- künstliche Vakuum der Mitte sie nicht hereingesogen, statt unermeßliche Segens­fülle in sich zu haben? Weil vorenthalten wurde von Deutschen , sind sie gekommen, die Andern, haben besetzt, Besitz genommen, daß her­ausgerückt werden muß, was sie unbewußt ersehnen ,, die Habe­nichtse", wahrhaftig, sie wissen nichts von ihrem anvertrauten Reich­tum. Weil getrübten, blöden Augen verborgen blieb, was sichtbar, zu sehen war, brachen an ihm vorbei, über ihm hinweg die Träger aus, getrieben von Anderem, brachen furchtbar in ihrer Frechheit in fremde Gebiete ein, wurden, statt segnen zu können, zum Fluche. Statt wie mit Engelszungen zu reden, raste entfesselte Dämonie aus ihnen. Statt in Liebe und Opfergesinnung, wie sie vermocht hätten, denn sie hatten das Vermächtnis dieser Rede, sich zu Kündern einer im Kern und Keim angefangenen, neuen Epoche von Menschlichkeit, erhöhtem Menschentums zu ermächtigen, sie als Obliegenheit zur Weltangelegenheit und-anlage, wenn auch keimhaft in das Werden der Zeit zu senken, ein untermenschliches Gegenbild, das zum Ent­setzen aller Menschen die Naturreiche sogar unterboten, die Wut der Hölle unter Menschen versetzt hat.

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Der höllische Un- Mensch, der das vermochte, nun, er liegt zu Boden geschlagen, mit einer ,, Welt" zugleich. Was bindet, was löst?

Unsere Welt ist es zugleich, die in Trümmern liegt: unser Leben führt den Beweis, da es anders geworden ist. Liegen wir nicht selbst am Boden? Es ist über uns gekommen, über alle gekommen, wie der ungebetene Dieb in der Nacht. Wo kam der Räuber her, wie gelang es ihm, sich bei uns einzuschleichen?

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