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Besonders toll getrieben wurde es von einigen Lagerältesten und im Revier Beschäftigten. Der Schutzhaftlagerführer Zill verlangte z.B. von seinem Lagerältesten täglich 30-40 Strafmeldungen, die dann auch ge- liefert wurden. Für eine solche Strafmeldung genügte ein nicht zuge- knöpfter Rock, eine schlecht angenähte Häftlingsnummer, ein schlechter Bettenbau, oder eine ähnliche Kleinigkeit. Die Strafe dafür war 25 Stock- hiebe oder eine Stunde Baum.
Arbeitsdienst
Wie schwer hatten es doch die Sklavenhalter früherer Zeiten! Damals waren die Sklaven teuer und mußten deswegen gut genährt werden. Im Dritten Reich waren sie billiger. Die Gestapo sorgte ja für Nachschub.
In der ersten Zeit der Konzentrationslager, im Jahre 1933, wußten die Nazi noch nicht, was sie mit den vielen Schutzhäftlingen machen sollten. Nur in einem Punkt waren sie sich klar: zur Ruhe kommen dürfen diese
„roten Hunde“ nicht. Also ging man dazu über, Arbeit zu„erfinden“.
Daß man dabei auf die ausgefallensten Ideen kam, nimmt bei der Ideologie dieser Menschen nicht wunder. Die Grashalme einzeln aus dem Boden zu ziehen oder Steine von Feldwegen und Exerzierplätzen aufzu- lesen, um Lagerstraßen zu bauen, Erdhaufen von einer Ecke zur anderen zu karren und am nächsten Tage wieder zurück, waren solche Beschäfti- gungen. Bei bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterließ man keinen Versuch, sie besonders zu demütigen.
Unter vielen anderen fallen in diese Rubrik die zwei Fürsten Hohen- berg. Diese mußten die Aborte leeren. Aber nicht, wie das normalerweise geschieht, sondern sie wurden gezwungen, zuerst mit den Händen das Dicke herauszufischen und dann erst durfte der Schöpfer benützt werden.
Solche und ähnliche Arbeiten wurden jahrelang durchgeführt. Nur langsam kamen die Bauarbeiten in den Vordergrund. Im Rahmen der Auf- rüstung wurden die Schutzhäftlinge immer mehr eingesetzt zum Bau von Kasernen, Exerzier- und Flugplätzen. Daneben ließen sich die Herren der 44 an vielen Orten durch ihre Arbeitssklaven schöne Villen bauen. Trotz der zur Verfügung stehenden primitiven Mittel wurden die größten Lei- stungen herausgepreßt. Bagger- oder Betonmaschinen waren lange un- bekannt. Alles mußte von Hand erledigt werden. Vor eine schwere Straßenwalze wurden, wie zu Pharaos Zeiten, 50 Menschen gespannt, um damit Straßen und Plätze glatt zu walzen. Aus alten Autos wurden große Transportwagen gebaut, Moorexpreß genannt. Zu jedem Wagen wurden zwölf Häftlinge gestellt und damit alle Lasten befördert. In der Vorkriegs- zeit war das Arbeitstempo besonders toll. Schubkarren fahren, Lasten tragen oder den Rollwagen schieben wurde den ganzen Tag im Lauf- schritt erledigt. Die jungen##-Angehörigen des Totenkopfverbandes hatten
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