geschichtsphilosophische Formulierung erhalten, wie es denn möglich war, daß ein so großes, tüchtiges und arbeitsfrohes Volk, das nicht nur die erste Militärmacht der Welt war, sondern der Welt auch unvergängliche kulturelle Werte jeder Art und Fülle gegeben hat, in die Hände von Verbrechern und Abenteurern geraten konnte, die es in Schmach und Untergang geführt haben.
Die Antwort auf diese Frage kann nicht so leicht gegeben werden wie auf die einfache Frage nach den Schuldigen an den Greueltaten von 1933 bis 1945. Hier sind Schuld und Schuldlosigkeit, Recht und Unrecht unentwirrbar verflochten, der Ankläger kann aus den Ereignissen und Zuständen im Deutschen Reich unserer Epoche ebensoviele begründete Argumente holen wie der Verteidiger. Aber die Resultierende aus allen Kräften des Guten und des Bösen war eben diese: das Verbrechen konnte sich auf den Thron setzen und fand Millionen begeisterter Anhänger, Männer und Frauen, nicht nur in der Hefe des Volkes, sondern in allen Schichten und Ständen bis hinauf zum Hause Hohenzollern .
So zeichnet sich gewiß eine Schuld ab, die auf die ganze Nation fällt. Aber es ist eine tragische Schuld, eine echte tragische Schuld von erschütterndem Ausmaße, über die nicht der ewig irrende und fehlende Mensch, sondern Gott allein zu richten hat, gerichtet hat.
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