sucht und bei dieser Gelegenheit endgültig und restlos ausgeraubt, bis auf die Taschentücher und das letzte Stäubchen Tabak... Es gibt gewiß viel ärgere Verbrechen als dieses, aber ein organisierter Raub- überfall auf wehrlose Gefangene, die ohnedies nichts mehr haben als Schmutz und Hunger, bedeutet doch einen nicht mehr zu überbieten- den Akt menschlicher Gemeinheit. Und gerade dieser Akt vollzog sich unter Aufsicht des Lagerführers und der SS.
Die Fahrt über Weiden—Regensburg— München dauerte zwölf Stun- den. Gegen Mitternacht trafen wir auf dem Bahnhof Dachau ein. Nach kurzem Tauwetter hatte wieder scharfer Frost eingesetzt, die Straßen waren spiegelglatt wie eine Eisbahn, wir mußten uns reihenweise unter den Armen fassen, um schrittweise vorwärts zu kommen. So rutschten und taumelten wir nach fünfmonatiger Abwesenheit in unser Stamm- lager zurück. Mit dem Gefühle, einer Hölle entronnen zu sein, waren wir in all den Jahren deutscher Schmach wohl die ersten, die sich freu- ten, die Maschinengewehrtürme des KZ. Dachau wiederzusehen.
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