die Sperrkette der Posten hinaus und haftet irgendwo an einem Haus, einer Wiese, cinem Feldstreifen, zum Greifen nahe und doch so unerreichbar wie der Gipfel des Himalaja . An klaren Tagen leuchten am Horizont die Türme der Münchner Frauenkirche, unfaẞbar, daß dort drüben das Leben einer Großstadt pulsiert, wie man es selbst jahrzehntelang gelebt hat. Die Symptome der berüchtigten ,, Stacheldrahtkrankheit" machen sich bemerkbar. Die einen versinken in Schwermut, andere retten sich in einen verkrampften Galgenhumor, andere spinnen unsinnige Fluchtpläne. Selbstmordgedanken regen sich, mancher greift wirklich zum Strick oder geht über die Postenkette oder stürzt sich in das Starkstromhindernis. Allgemeine Nervosität, allgemeine Reizbarkeit greifen um sich, ein geringfügiger Anlaß genügt schon für einen Temperamentsausbruch. Verstand, Wille, Energie haben schließlich nur das eine Ziel, an all den Quälereien und Schikanen so gut wie möglich vorbeizukommen, alle Wünsche, alle Hoffnungen richten sich nur mehr auf den einen großen, in nebelhafter Ferne liegenden Tag der Entlassung.
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