Erinnerungen an die SS
Die Gefangenen des Konzentrationslagers hatten mit zwei Kategorien der SS zu tun, mit den sogenannten„ Totenkopfverbänden" und mit der Waffen- SS . Die Totenkopfverbände stellten das Führungs-, Aufsichts- und Verwaltungspersonal, Abteilungen der Waffen- SS versahen den Wachdienst auf den Maschinengewehrtürmen rings um das Lager und stellten die Bewachungsmannschaft für die vielen Arbeitspartien, die außerhalb des Stacheldrahtes arbeiteten.
Die Leute der Totenkopfverbände waren erprobte Parteigänger, viele hatten sich vor dem Jänner 1933 in Saalschlachten und bei ähnlichen Aktionen der Partei die Sporen verdient. Sie waren parteipolitisch gedrillt und fanatische Anhänger des Regimes. Ihre Schulbildung war sehr gering, es gab einen Lagerführer im Offiziersrang, der nur notdürftig schreiben konnte. Ihrem bürgerlichen Vorleben nach handelte es sich mit wenigen Ausnahmen um gescheiterte bürgerliche Existenzen, verkommene Halbintelligenz und arbeitsscheues Gesindel vom Lande. Ihre Umgangsformen und die Freiheit, mit jedem Häftling nach Willkür zu verfahren, machten das Lager auch in ruhigen Zeiten, wenn keine besonderen Exzesse vorkamen, zu einem Mittelding von Kaserne, Zuchthaus und Irrenanstalt.
Der oberste Chef dieser straff militärisch organisierten Bande war der ,, Lagerkommandant" im Range eines Obersten oder Oberstleutnants. Ihm unterstanden zwei bis drei ,, Lagerführer", meist im Hauptmannsrang. Diese leiteten den gesamten inneren Dienst und übten das Strafrecht aus. Jeden„ Block"( Doppelbaracke) befehligte und überwachte ein ,, Blockführer". Andere SS - Unteroffiziere fungierten als Verwalter in den Magazinen, als Aufseher in den Werkstätten, Küchen, Wirtschaftsbetrieben Wirtschaftsbetrieben und Arresten, dann als Aufseher und Antreiber bei den Arbeitspartien. Den größten Teil der Verwaltungsarbeiten besorgten aber die Häftlinge selbst, oft mit recht großem Wirkungskreis, so daß das Heer der SS - Chargen im Grunde genommen ein Müßiggängerdasein führte.
Die meisten SS- Männer der Totenkopfverbände waren Bayern ; Preußen und Schwaben waren sehr wenig, Sachsen gar nicht vertreten. Es fehlen daher die Voraussetzungen für eine unterscheidende
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