Ziegelbau, in dessen Mitteltrakt die Häftlingsküche eingerichtet war. Rechts und links davon befanden sich die Waschanstalt, das Häftlingsbad, Werkstätten und Magazine sowie der ,, Schubraum", wo die Gefangenen bei ihrer Ankunft übernommen und bei ihrer Entlassung abgefertigt wurden.
Hinter dem Wirtschaftsgebäude, gegen jede Sicht gedeckt und seitlich durch hohe Mauern abgeschlossen, lag in trostloser Einsamkeit die langgestreckte, fest gemauerte Arrestbaracke mit vielen kleinen Einzelzellen. Einige Häftlinge lebten dort jahrelang, ohne daß man sie zu Gesicht bekam. Nur manchmal unterbrach das Geschimpfe der SS oder das Schreien Gepeinigter die lähmende Stille, die über diesem Ort der Verdammnis lastete. Außerhalb des Stacheldrahtes schlossen sich an der Westseite des Häftlingslagers zunächst verschiedene Werkstätten, Magazine, Garagen und Dienstgebäude an, darunter die Kommandantur und eine Baracke für die Zweigstelle Dachau der Gestapo . Dann folgten große, mehrstöckige Kasernen der SS, zahlreiche Wohnbaracken der SS, ein Offizierskasino, die Pavillons eines SS- Spitals, eine Fernheizanlage, die Verbrennungsöfen, Exerzier-, Turn- und Sportplätze der SS, ein Schwimmbad, eine Schießstätte und sonstige Anlagen.
An dieses SS - Lager grenzte die Siedlung der SS, lange Zeilen schmucker, kleiner Wohnhäuser mit Gärten, dazwischen, einige vornehme Villen für den Lagerkommandanten und sonstige höhere SSChargen. Dort stand auch das„ Gemeinschaftshaus", ein großer Bau mit einem Theatersaal und verschiedenen Gesellschaftsräumen. Die Hauptstraße dieser Siedlung, Straße der SS " benannt, trug Blumenschmuck und war mit einer Reitbahn ausgestattet. Sie mündete vor dem Lager in den„ Eicke- Platz", so benannt nach dem SS- Gruppenführer Eicke, dem ersten großen Schinder und Henker des Konzentrationslagers Dachau .
So war von 1933 bis 1939 aus den Resten der einstigen Munitionsfabrik eine ganze SS - Stadt geworden, sauber und repräsentativ nach außen, der Schrecken vieler Zehntausender, die hinter dem Stacheldraht lebten und starben, der Stolz der SS, das ,, Musterlager" Himm lers . Die Pläne für die Zeit nach dem Siege des Dritten Reiches / gingen aber noch viel weiter, aus der SS - Stadt Dachau sollte eine Großstadt werden. Ich hatte Gelegenheit, einiges von diesen Plänen zu sehen. Auf weitem Gelände, im engsten Anschluß an das Häftlings
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