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Flehen: Kommt, ihr Nachtgestalten, Hände falten
Für den Knaben, grau'numhüllt.
Heilig, heilig ist die Stätte!
Wer doch hätte
Augen, dieses Dunkel hier
Hohen Blickes zu durchschauen
Und das Grauen
Zu vertreiben für und für!
Stille, Brüder, müßt ihr werden
Hier auf Erden,
Sehet, wie sein Auge bricht! Sind doch eure Wichtigkeiten Nichtigkeiten
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Ihn umflutet lauter Licht!
Lauter Licht aus Jesu Lande,
Und die Bande
Ist er nun auf einmal los;
Und die Kerkertür steht offen:
Todgetroffen
Sinkt er in der Freiheit Schoß.
Heilig, heilig ist die Stätte!
Und ich hätte
Gern mein Leben nachgeschickt.
Er ist nun der Haft entlassen,
Kann nicht fassen,
Was sein neuer Sinn erblickt.
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