der Malachowski- Husar
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ZWÖLF UHR
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ein Mann ohne Kopf, der Seydlitzkürassier ein Reiter ohne Beine. Das Ganze eine eindringliche Ansprache über das Wort: ,, Sic transit mundi gloria!" Die Buchhaltung, die ehemalige Wirkungsstätte des Pragmatikers und des Übermenschen, zeigte ein nicht minder trostloses Bild. Der Boden war übersät mit Papieren, den Ort der Ordnung in ein unordentliches Chaos verwandelnd. Das Lager, wo die feinen Gebilde aus Porzellan zu Tausenden aufbewahrt standen, ein Museum von Splittern; was nicht mitgenommen werden konnte, war zerschlagen worden; nur die Teekannen, die in großen Kisten verlassen herumstanden, waren unversehrt geblieben. Ins Zimmer des Direktors konnte ohne vorherige Anmeldung eindringen, wer wollte; nur daß mit dem Cerberus der sphinxhafte Mann selbst verschwunden war. Wo er wohl steckte? Hatte er mit seinen schwermütigen Augen schon vorausgesehen, daß von seiner Tätigkeit nichts übrigbleiben werde als ein Scherbenhaufen?
Abends.
Die Hochwürden tauschen Erinnerungen aus an die Zeiten, wo sie auf Block 26 saßen. Einem von ihnen stieg folgende Wiederholung der Passion vor dem innern Blick auf:
Am Karfreitag 1943 nahm ein Untersturmführer den Pfarrer X, vor. Er fragte ihn: ,, Weißt du, daß Christus heute sterben mußte?"
Ja, das weiß ich."
,, Also auf die Knie!"
Der Pfarrer gehorchte und ließ sich auf die Knie nieder. , Weißt du, daß er gegeißelt worden ist?" „ Ja."
دو
,, Also das Hemd herunter!"
Der Juden- und Christenfeind ließ sich nun ein Stück Stacheldraht holen und hieb damit wie mit einer Geißel auf den vor ihm Knieenden ein, bis das Blut vom aufgerissenen


