Teil eines Werkes 
2 (1946) Fünf Minuten vor Zwölf : des ersten Jahrtausends letzte Tage unter Herrenmenschen und Herdenmenschen ; Dachauer Tagebücher des Häftlings Nr. 16921 / K. A. Gross
Entstehung
Seite
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der Malachowski- Husar

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ZWÖLF UHR

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ein Mann ohne Kopf, der Seyd­litzkürassier ein Reiter ohne Beine. Das Ganze eine ein­dringliche Ansprache über das Wort: ,, Sic transit mundi gloria!" Die Buchhaltung, die ehemalige Wirkungsstätte des Pragmatikers und des Übermenschen, zeigte ein nicht min­der trostloses Bild. Der Boden war übersät mit Papieren, den Ort der Ordnung in ein unordentliches Chaos ver­wandelnd. Das Lager, wo die feinen Gebilde aus Por­zellan zu Tausenden aufbewahrt standen, ein Museum von Splittern; was nicht mitgenommen werden konnte, war zer­schlagen worden; nur die Teekannen, die in großen Kisten verlassen herumstanden, waren unversehrt geblieben. Ins Zimmer des Direktors konnte ohne vorherige Anmeldung eindringen, wer wollte; nur daß mit dem Cerberus der sphinxhafte Mann selbst verschwunden war. Wo er wohl steckte? Hatte er mit seinen schwermütigen Augen schon vorausgesehen, daß von seiner Tätigkeit nichts übrigbleiben werde als ein Scherbenhaufen?

Abends.

Die Hochwürden tauschen Erinnerungen aus an die Zei­ten, wo sie auf Block 26 saßen. Einem von ihnen stieg fol­gende Wiederholung der Passion vor dem innern Blick auf:

Am Karfreitag 1943 nahm ein Untersturmführer den Pfarrer X, vor. Er fragte ihn: ,, Weißt du, daß Christus heute sterben mußte?"

Ja, das weiß ich."

,, Also auf die Knie!"

Der Pfarrer gehorchte und ließ sich auf die Knie nieder. , Weißt du, daß er gegeißelt worden ist?" Ja."

دو

,, Also das Hemd herunter!"

Der Juden- und Christenfeind ließ sich nun ein Stück Stacheldraht holen und hieb damit wie mit einer Geißel auf den vor ihm Knieenden ein, bis das Blut vom aufgerissenen