256 FÜNF MINUTEN VOR ZWOLF
The White House Washington March 6. 1941. To the Members of the Army. As Commander in Chief I take pleasure in commen- ding the.reading of the Bible to all who serve in the armed forces of the United States. Throughout the centuries men of many faiths and diverse origins have found in the sacred book words of wisdom, counsel and inspiration. It is a fountain of strength and now, as always, an aid in attaining the highest aspirations of human soul. Very sincerely yours D. Roosevelt. „Jandem vicisti, Galilaee!“ fährt es mir durch den Sinn, als ich bewegten Herzens das Büchlein weglegte. Wer hätte denken können, daß dieses kleine Büchlein ohne Wehr und Waffen den Kampf auf- nehmen und das Spiel gewinnen werde gegen jenen an- spruchsvollen Band, den sie schon zwischen Kerzen auf die Altäre gelegt hatten, und der dahergesaust kam auf Kano- penpanzern und eingeführt ward durch die Propaganda- eines modernen Brotmessias! Tandem vicisti, Galilaee!
In der Kapelle.
Thurmann, der Kalvinist, gewissermaßen der Lagerälteste der evangelischen Pfarrer, sieht ungeduldig zum Fenster der Kapelle hinein und dann wieder auf seine Uhr: ist’s noch nicht so weit? Gleich schlägt’s 9 Uhr; die Evangelischen wollen zur Andacht, aber drinnen machen die hochwür- digen Konfratres noch keine Miene zu weichen. Im Gegen- teil, es herrscht Hochbetrieb drinnen, wenn man diesen profanen Ausdruck gebrauchen darf, der nur das äußere Erscheinungsbild zeichnen, nicht aber den Geist der heiligen Handlungen charakterisieren soll. Zwei Notaltäre waren in der Eile errichtet worden, an welchem drei Priester in


