VORALARM
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Der Blockpascha hat mich wieder einmal vor versammelter Mannschaft für vogelfrei erklärt. Jeder, der will, kann mir ungestraft eine runter hauen. Warum? Er kam soeben dazu, als ich im Glied beim Appell einem andern Platz gemacht, dabei aber selbst meinen Platz eingebüßt hatte. Mein neuer Nebenmann wollte mich nicht dulden und stieß mich hinweg. Der Pascha rief indessen nicht ihn, sondern mich zur Ordnung und verbot mir den Mund, als ich die Sache richtigstellen wollte; log, nicht der hätte mich, nein, ich hätte ihn gestoßen und fügte als Schlußstein des gerechten Spruchs die Aufforderung bei, die der ganze Block hören konnte: ,, Haut ihn doch krumm und lahm, den Hund, ich erlaub's, daß er genug hat!" Sein Auge bohrte sich voll Hasses in das meine, ich aber hielt stand und gab den Blick ohne Haß, aber mit Festigkeit und ruhiger Bestimmtheit zurück.
Später.
Es ist doch bezeichnend für den Geist dieses SS- Milliardenkonzerns, den Raubbau, den er mit der Menschenkraft treibt, daß er zwar die Sklaven auspreßt bis zum letzten Blutstropfen, aber für ihr Wohl nur sehr mäßig besorgt ist. Wozu auch, es sind Schädlinge, deren Vernichtung den Arierstaat nur von einem Auswuchs befreit. So kommt es, daß der Sklave, wenn er durchhalten will, in unablässigem Ringen um jede Kleinigkeit steht. Wir müssen um alles kämpfen, was wir an und in uns haben vom Schuhnestel bis zum Eẞlöffel: um den Strohsack und den Platz am Tisch, um Kantinenwurst und die Feder zum Schreiben, um Strumpf und Schuhe, um Hose und Jacke.( Hosenträger und Taschentücher werden überhaupt nicht geliefert), um Decken und Kopfkeil, um Hemd und Unterhose nur den Günstlingen ist alles so zugänglich, daß sie anständig daherkommen; etliche haben's sogar zum Lagergigerl mit


