DAS TOHUWABOHU
155. Brotzeit und am Ende das Leben verlieren. Einer seiner Plagegeister, der Polizeimensch, wie er ihn nennt, hatte ihm mit der Entfernung gedroht unter dem völlig nichtigen Grunde, daß seine Arbeit nichts tauge. Ums Haar wäre ihm der Anschlag gelungen. Nur das Dazwischentreten Fabischs, des Inhabers der Parolenmühle, hat das Unglück verhütet. Endlich hat er doch einen Zug getan und ist nicht in allgemeiner Menschenliebe hängen geblieben, und endlich ist es mir einmal gelungen, für den Vielgequälten etwas zu erreichen, während es bisher immer nur beim guten Willen blieb, weil alle Türen, die ich zu seinen Gunsten zu öffnen versuchte, hermetisch verschlossen waren; eine Erfahrung, die mich tief niederdrückte. Der gute Freund hat es mir freilich nicht angerechnet, mir vielmehr immer in seiner Vornehmheit versichert, daß für ihn schon die Absicht, ihm zu helfen, den Wert eines stärkenden Beistandes habe.
Die übrigen Pfarrer warten immer noch, wahrscheinlich vergeblich, da die Liste der Entlassenen schon beim Z angelangt ist, woraus hervorgeht, daß sie abgeschlossen ist.-
,, Ich sage dir, du heiliger Baal des Himmels, du lebst nicht. Aber wenn du lebtest, würde ich dir so fluchen, daß dein Himmel vom Feuer der Hölle erbeben würde. Ich sage dir, ich habe dir meine Dienste angeboten, und du hast sie abgewiesen, du hast mich verstoßen, und ich wende dir für ewig den Rücken... Ich sage dir, ich weiß, daß ich sterben muß, und ich spotte deiner trotzdem mit dem Tode vor Augen, du himmlischer Apis!"
Dieser in ein Gebet gekleidete Fluch, den der Hungernde bei Hamsun ausstößt, ist ein gräßlicher Ausdruck des Trotzes, der in der Stunde der Heimsuchung noch die Faust rebellisch gegen den Unsichtbaren erhebt, als wäre er der Schuldige, der uns hungern läßt. Möchte sich Gott erbarmen, daß uns


