FÜNF MINUTEN VOR ZWÖLF
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nisses zurückzuführen. Die Wehrlosigkeit, mit welcher wir jedem feindlichen Angriff der Außenwelt ausgesetzt sind, die Rechtlosigkeit gegenüber der SS und ihren Helfershelfern, Blockbehörde und Stubendienst, zwingen die Seele gleichsam, eine Art Schutzwall. um sich herum aufzuwerfen, um jede weitere Bedrohung möglichst vor vornherein fernzuhalten und sie schon abzubremsen, bevor sie überhaupt wirksam wird. Daher der siebenfache Stacheldraht, mit dem wir uns umgeben, den Generaldirektoren großer Konzerne gleich, die niemand an sich heranlassen als die Vertrautesten, und jeden unerwünschten Besuch durch die Privatsekretärin abwimmeln. Die Rolle einer solchen Privatsekretärin lassen wir unsere asoziale Haltung spielen, unsere Einsilbigkeit, Unzugänglichkeit und Verschlossenheit,. die sich darin äußert, daß uns selbst harmlose Fragen ein Mißbehagen verursachen. Wehe, wer uns auch nur mit einer einzigen behelligt! Die Ungefälligkeit, Grobheit, Unhöflichkeit, das Gegenteil von christlichem Wohlwollen, das wir im Verkehr beweisen, hat wohl zur eigentlichen Wurzel dies Bedürfnis nach Selbstschutz. Es ist allerdings nur ein vermeintlicher Schutz. Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es wider: das Gesetz des Echos bewirkt, daß wir unsere brutale Selbstabschnürung durch furchtbare Einsamkeit büßen müssen, und wie ein Bumerang fallen all die Lieblosigkeiten, zornigen Worte, rücksichtslosen Stöße auf uns selber zurück. Helfen kann uns nur Gott, der uns Kraft gibt zum Dienst am andern, in dem wir unseren leidenden Mitbruder sehen dürfen. Wer es mit ihm versucht, wird zu seinem Erstaunen feststellen, daß hier eine Kraftquelle sprudelt gegen alle Nervosität. Das Gesetz des Echos und des Bumerangs ist abgelöst von dem Gesetz des geistlichen Verhältnisses, das Jesus so ausdrückt: Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren, wer es aber verliert um meinetwillen, der wird es finden!


