DAS ERSTE WETTERLEUCHTEN
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Staunen: Was ist denn los? Des Rätsels Lösung: das Rote Kreuz aus Schweden ist da und holt die Norweger ab, von denen 500 im Lager sind, und die ausgetauscht werden sollen. Und um dieses Kreuzes willen, das doch kein Hakenkreuz ist, ein solcher Umstand? Beileibe nicht, aber aus Furcht vor den prüfenden Schwedenaugen im Zeichen dieses Kreuzes deswegen die zahlreichen, aufsehenerregenden dicken Knochen in der Suppe, die doppelte Wurst, der Brei, in welchem der Löffel endlich steht. Im übrigen könnte ihnen ja das ganze Rote Kreuz gestohlen werden, dieses internationale Gewächs, das mit dem Löffel schwächlichen Mitleids im Völkerbrei rührt und den Rassenmischmasch fördert.
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Welcher Haß gegen dieses Kreuz in den Herzen der Herrenmenschen lodert, dafür liefert die Lagerpraxis einen anschaulichen Beweis: einige Gefangene hatten sich nichts anderes zuschulden kommen lassen, als daß sie sich brieflich durch ihre Angehörigen um Sendungen des Internationalen Roten Kreuzes beworben hatten. Da sie aber Deutsche waren, wurde ihnen das als Charakterlosigkeit angekreidet, und sie flogen in den Bunker, wo sie sechs Wochen schmachteten.
27. März 1945.
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Mit Riesenschritten geht es dem Ende zu. Die Stunde unserer Befreiung ist nahe, der Gongschlag kann jeden Tag ertönen 5 Minuten vor zwölf. Ein Glück, daß ihre Uhr nachgeht sie hoffen immer noch auf ein Wunder sonst wären unsere Tage gezählt. Gestern schrieb ich nach Aschaffenburg an einen ehemaligen Häftling, der dort eine Brot- Großbäckerei hat, und heute kann ich den Brief schon nicht mehr absenden: denn Aschaffenburg ist amerikanisch! Vielleicht ist Liebenzell französisch, so daß der Brief, den ich gestern an Angelika schrieb, sie gar nicht mehr erreicht.
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