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NEUJAHR 1945 UND WAS NACHHER KAM
39 lichste Wirklichkeit für uns ist. Sonst wäre uns das Sterben so willkommen wie dem Apostel, welcher sich danach sehnte, daheim zu sein bei dem Herrn, und dessen Brust sich der Stoßseufzer entringt: ,, Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein!"
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Ich habe jetzt zwei Mäntel statt des einen. Nachdem sie uns ausgeräubert hatten, hieß es plötzlich eines Tages wieder: ,, Mäntel fassen!" So bekam ich einen zerrissenen vom Capo; von Wladimir, dem polnischen Bärenmaler, aber einen nagelneuen aus Holz.
Der Herrenmensch liebt die Kälte. Jeden Morgen, kaum daß das Zimmer ein wenig warm geworden, müssen sämtliche Fenster sperrweit aufgerissen werden, bis auch die letzte Spur vom Duft der Häftlinge hinaus ist. O diese feine Nase! So bewundernswürdig ihre Empfindsamkeit, so versetzt sie mich doch täglich in neue Angst, von wegen meiner Blase. Er scheint immer noch nichts bemerkt zu haben. Sollt sein Riechorgan für diese Art von Aromata weniger empfindlich sein? Ich kann es nicht recht glauben und fürchte mich vor der Entdeckung, die eines Tages kommen muß, wenn alle Wohlgerüche Arabiens und die in Brand gesteckten Reislein das Übel nicht mehr werden überduften können.
20. Januar 1945.
Morgen ist wieder Sonntag. Wie die Wochen entschwinden! Das neue Jahr hat es noch eiliger als das alte. Schon die dritte Woche! Aber immer noch das alte Lied: Krieg, Hunger, Blöße- daß Gott erbarm! Sonst wäre die Gegenwart eben noch erträglich. Beim Porzellan läßt sich's noch leben. Wir haben noch unsere Buttermilch und unsere Blutwurst. Gestern war sie so gut wie noch nie oder war unser Hunger so groß wie noch nie? Der Knabe Hiob verzehrte, was ich ihm mitbrachte, mit Heißhunger; kaum daß er sich die Mühe machte, sie aufs Brot zu streichen, mit der


