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FÜNF MINUTEN VOR ZWÖLF
Gottesmensch im SOHN, an dessen Wiege die Engel singen: ,, Friede auf Erden und an den Menschen ein Wohlgefallen!" Und so gehe ich denn im Glauben als neuer Mensch hinein ins neue Jahr, dessen gewiß, daß alles, was auch kommen mag, in Gottes. Kraft bewältigt wird. Es mag sein, was es will, Enttäuschung oder Erfüllung, Leben oder Tod, Freiheit oder Knechtdienst es muß mich alles meinem großen Ziele näherbringen. Wie glücklich und wie überlegen macht das, so glücklich und so überlegen, daß ich nicht anders konnte als dem Knaben Hiob heute morgen die Hand zu drücken und ihm zurufen: ,, Meinen Glückwunsch, daß du ein neuer Mensch geworden bist, denn wer in Christo ist, der ist eine neue Schöpfung!"
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Wir waten nun bereits in dem kalten Bade, 1945 geheißen. Wie werden wir es verlassen? Tot oder lebendig? 1945 wird es sein das Jahr des Sieges oder des Unterganges? Und wer wird siegen, wer wird untergehen? Der Prophet an der Spitze hat geweissagt, daß der Sieg auf seiner Seite sei: noch nie sei er davon so unerschütterlich überzeugt gewesen als jetzt. Aber sein Prophetenmantel, hat er sich nicht schon manchmal erwiesen als gewöhnlicher- Überzieher? Ich möchte auf dieses Wort kein Haus, geschweige denn ein Leben bauen. Überhaupt ist der Kurs dieser Versicherungsaktien sehr gesunken. Man erinnert sich wohl auch an das Wort jenes andern Propheten, der Meier heißen wollte, wenn ein feindliches Flugzeug unsere Grenzen überflöge.
Fabischs Parolenmühle klappert zur Zeit nicht, wenigstens höre ich ihr Klappern nicht mehr, da es mir ohne Mantel zu kalt draußen ist, und von dem Strohfeuer der Parolen wird mir nicht warm.
3. Januar 1945.
Was der Übermensch für einen Riecher hat, für einen wohlentwickelten! Kaum hatte ich die ersten Worte in dies


