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ZWEITAUSEND TAGE DACHAU

Abteilung D in Berlin mit Ingrimm über den Londoner und Vatikanischen Sender von den Scheußlichkeiten erfuhr, die in ihrem Auftrag in Dachau angezettelt worden waren. Eine Haussuchung bei der Schwester des Pfarrers ergab be­lastendes Material, und die Folge war, daß der ganze Block in des Teufels Küche kam. Wenn auch einige wehleidig die Schwänze einziehen, wie oben vermeldeter ,, Fähnrich" ( übrigens auch ein Farbfleck, der aus des Pragmatikers Palette stammt), so ist doch das ganze Lager voll Lobes über den wackeren Schreiber, der sein Leben mit seinen Notizen aufs Spiel setzte. Er wurde mit andern stehenden Fußes ins Loch geworfen, ist aber inzwischen wieder herausgekommen. Bei Christian Reger handelte es sich um eine weniger staatsgefährliche, aber doch keineswegs harm­lose Geschichte. Seit einiger Zeit hatte er sich gestattet, seine legale Post durch Sonderbotschaften zu ergänzen, welche er einer Dachauer Putzfrau anvertraute. Diese hatte er in der Besoldungsstelle kennengelernt, und sie nahm mutig die Vermittlerrolle auf sich. Die Gestapo hatte seit längerer Zeit seine Pakete überwachen lassen und war hinter das Geheimnis gekommen. Aber wie es das Unheil Pragmatiker würde sagen: der Vollmond - will, er mußte seinen Feinden den krönenden Beweis selber in die Hände liefern. Er wurde eines Tages zur Vernehmung gerufen. Nichts ahnend, wählte er die günstigste Auslegung und nahm gutes Mutes an, es handle sich um seine Entlassung. Von der üblichen Vorsichtsmaßnahme, die Taschen vor jedem Ruf nach vorn sorgfältig umzukehren, ob sie nichts Verfängliches enthielten, nahm er Abstand, aber nicht die Gestapo . Die visitierte sogleich den ganzen Mann, und was kam ans Tageslicht? O Sonne, verhülle dich: zwei Briefe ohne Stempel der Zensur! Das war kein Glückstag für ihn. Sofort wurde er abgeführt, und bis zum heutigen Tag schmachtet er noch im Bunker. Uns allen geht sein Geschick

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