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ZWEITAUSEND TAGE DACHAU

und ließ den strengen Dienst ganz vergessen. Und erst die leiblichen Benefizien, die uns abgehen, da er weg ist! Wer wird uns die Fettmarken geben für die Eßkarten in der Zivilküche? Ja, wer wird sie uns geben? Der reine Denker zieht die Denkerstirne in Falten, ohne zu einem Ergebnis zu kommen.

Es war doch ein reiner Unglückstag, als der Prag­matiker von uns schied! Es hieß zwar, er komme wieder, wenn nicht als Angestellter, so doch als freier Kaufmann, als Vertreter. Aber wer weiß? ,, Vielleicht ist Fräulein Ge­ stapo schneller", unkt der reine Denker, und der Sigam­brer, er unkt mit.

Ich bin froh, daß es wieder Bücher gibt. Acht Tage lang war Büchersperre, während welcher wir unsere Lieblinge bitter entbehrten. Ja, wahre Lieblinge seid ihr uns gewor­den, ihr Tröster unserer Einsamkeit! Ihr einzigen Besucher, denen es erlaubt ist, sich zu den Verarmten und Verfemten zu gesellen, und die nicht müde werden, uns Worte voll Er­mutigung, Kraft und Beherztheit ins Ohr zu flüstern! Ihr neigt euch zu den Tiefen unserer Verlassenheit herunter und zögert nicht, uns in die Höhen eures Lichts hinaufzuheben.

Nur zögernd, voller Abschiedskummer, hatte ich mich von meinem ,, Heim" getrennt. Nun holte ich mir Thiels Lutherbiographie und lese sie wie einen spannenden Roman. In den kurzen Pausen nehme ich Usteris ,, De Vikari" vor. Der Pragmatiker hatte es mir geschenkt. Ich labe mich ent­zückt an seiner behaglichen Breite, die mich an den ange­schmachteten Gotthelf, und an dem anheimelnden Züridütsch, welches mich an Basler Zeiten erinnert. O, die Vergangen­heit, wie sie zuweilen hereinbricht mit ihren leuchtenden Farben ins trübe Grau der Gegenwart! Ist sie denn über­haupt wirklich gewesen, jene idyllische Zeit im Missions­haus, da die Schwaben mit den Schweizern, die Hessen mit den Franzosen und die Australier mit den Thüringern

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