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bahnhof der polnischen Hauptstadt befördert worden. Beim Aussteigen bekam der Professor Bursche ein paar Schläge bis mit dem Stock auf den Kopf, so daß er blutete; vermutlich, weil ihn der blondhaarige und blauäugige Ariersohn wegen seines Vollbarts für einen Juden gehalten hatte. Wir sollten die Sitten und Gebräuche der Herrenrasse beizeiten kennen­lernen. Darauf wurden wir alle in Viehwagen hineinge­stopft. Diese wurden indessen nach einer Weile wieder ge­öffnet. Der Ruf ertönte: ,, Juden und Geistliche heraus!" Sie wurden alle in einen besonderen Wagen zusammen­gepfercht. Wie sich später herausstellte, war dieser, ob ab­sichtlich oder nicht, mit einer chemischen Flüssigkeit präpa­riert. Denn viele der Juden, welche zufällig die Wände berührten, bekamen Wunden an den Händen.

Nun wurden die Geistlichen wieder herausgeholt. Es gab ein Hallo, als wir unter den SS- Posten erschienen. Einer der Führer gab uns ,, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes " den Befehl: ,, Marsch, nehmt die Kübel und stellt sie in den Wagen, damit ihr auch mal was Nütz­liches tut!" Unter dem Hohngelächter der andern und be­fördert durch etliche Fußtritte führten wir den Befehl aus. Jetzt zitierten sie auch die Juden heraus, worauf Juden und Christen gemeinsam ,, Sport " zu machen hatten, d. h. gesund­heitsfördernde Kniebeugen, Hüpfen, das den Blutkreislauf beschleunigt, und gelenkigmachendes Rollen. Die letztere Übung, die sich auf dem Erdboden vollzog, auf dem wir unsere Leiber durch Schmutzlachen und über jedes Hindernis wegwälzen mußten, war uns zurückgebliebenen Ostvölkern ganz unbekannt. Wir stellten uns daher etwas ungeschickt an und nahmen die Geduld unserer Lehrmeister in unver­zeihlicher Weise in Anspruch. Kein Wunder, daß sie sich dafür durch ein kleines Schauspiel schadlos zu halten such­ten. Der Weg in den Wagen führte uns nämlich durch eine Gasse von germanischen Jünglingen, deren jeder einen Stock

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