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ZWEITAUSEND TAGE DACHAU

dem ruhigen Fahrwasser, in dem du gerade dahintriebst, herauszureißen und in den tödlichen Wirbel D zu zerren. Nirgends in der Welt drehte sich das Rad der Fortuna so blitzschnell wie hier, wo wir es täglich vor Augen hatten, was das Volkslied klagt:

,, Gestern noch auf stolzen Rossen,

Heute durch die Brust geschossen, Morgen in das kühle Grab."

Lichtblicke waren in dieser trotslosen Zeit des Anfänger tums die Briefe meiner beiden Nachbarinnen, die mir zu Freundinnen geworden waren, und die alle Drangsalierun­gen der Stapo mit mir getragen hatten: die Witwe Marie Rabbow und ihre Tochter Charlotte. Undenkbar, daß ich ohne ihre tätige Anteilnahme meine Aufgabe einst hätte lösen können. Charlotte Rabbow hatte sich nicht gescheut, selbst Hand an das gefährliche Werk zu legen und die von mir herausgebrachten Flugschriften persönlich an Kirchen­türen und sonstwo zu verbreiten. Wenn mich die Stapo in ,, Obhut nahm", schrieb sie mir verwegene Briefe, deren Kratzbürstigkeit der Stapo das Fell aufreißen sollte. Sie war sich dessen wohl bewußt, daß sie im Dritten Reich mit diesem Tun keine Lorbeeren ernten konnte; allein dessen ungeachtet zeigte das Kätzlein dem Tiger weiterhin die Krallen. Einmal wurde sie sogar in den Alex geschleppt, und mußte um der Blätter willen einen Tag im Käfig schmachten. Die Stapo sorgte getreulich dafür, daß diese Maßregelung ihren Vorgesetzten zufällig zu Ohren kam, wodurch sie manche Ungelegenheiten hatte. Die beiden Frauen hätten nun allen Anlaß gehabt, sich rückwärts zu retirieren, aber sie taten dies nicht. Nein, sie taten dies wirklich nicht. Sobald es irgend ging, sandten sie den ersten Brief und begannen mit ihm ein Christenwerk, das sie über fünf Jahre lang fortsetzten.

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