hab ich gesagt ,, er hat mir nichts gesagt. Ich glaub, er hätte es mir gesagt. Aber vielleicht darf er es nicht sa­gen. Es ist möglich', hab ich gesagt. Darauf hat Ed­mund gesagt:, Ich wär froh, wenn er einer der Kämp­fer wäre."

,, Ist das wirklich wahr?" fragte Rada.

Er wußte, daß Marie nicht log. Edmunds Ausspruch be­glückte ihn so sehr, daß er nicht wußte, was er redete. ,, Ja", sagte Marie ,,, und ich, ich hab gesagt, daß ich große Angst um dich hätte, wenn du einer der Kämp­fer wärst, weil du keine Erfahrung hast. Darauf hat Ed­mund gesagt:, Und doch wärst du froh, Mutter."" Rada schwieg. Er saß still und reglos, aber Marie sah, daß er glücklich war.

,, Wie dich das freut!" sagte sie. ,, Seit vielen Jahren hab ich dich nicht so glücklich gesehn."

,, Ich freu mich", sagte Rada. ,, Du weißt nicht, was das für mich bedeutet. Ich hab wohl vermutet, daß er es von mir erwartet. Aber jetzt weiß ich es."

,, Du mußt schlafen gehn", sagte Marie. ,, Es ist spät ge­worden."

,, Und du", sagte er ,,, ist es auch dein Wunsch ge­wesen?"

,, Nein", sagte sie zögernd ,,, so eine Heldin bin ich nicht. Ich werde keine ruhige Stunde mehr haben. Aber ich will nicht, daß du mir zuliebe nicht tust, was du für deine Pflicht hältst. Ich werde tapfer sein, das kann ich dir versprechen."

,, Setz dich noch eine Minute zu mir", bat er. ,, Ich möchte dir einen Vorschlag machen. Heydrich mordet nicht nur die Männer, die gegen ihn etwas unterneh­men, er mordet auch ihre Frauen, ihre Angehörigen, ihre Familien. Das weißt du ebensogut wie ich. Des­

119