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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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daher an den

. Dann kamen leidern verstor en, da ja unser

uhe waren mir die Hose paßte

rächte mich an age meiner An­

Linkleidung ging o wir noch ein­essen verzehrten,

guter Wurst zur

ich wurden uns re Entlassungs­

Lagertor, dann and und meinte: wird schon recht

mehr lange." Es Freiwilligen". en Stadtpfarrer alles zu danken, emeinschaft und ber die Schuhe

chloß, dem etwa zuzuhinken, und wölf Uhr mittags

Glück war mir en abfahrbereit aden, P. Allmer en war, in einem Wir schwiegen

and unsere Ge Vorans.

hüsteln, sah fragte dann auf

,, Entschuldigen Sie, Sie sind doch

Dachau

zugestiegen?"

,, Jawohl", antwortete ich ,,, und--?"

,, Ja, entschuldigen Sie, aber hier-- ist doch das Konzentrationslager?"

,, Stimmt! Und was wollen Sie also?"

,, Nun ja, sagen Sie mal,

-

Neugierde, aber Sie sind etwa lassen worden?"

hier in

verzeihen Sie meine

aus dem Kazet ent­

,, Jawohl!" antwortete ich etwas scharf, weil mir diese Fragerei zudringlich und lästig erschien. Aber mein Nach­bar hatte ruhige Nerven.

,, Interessant! Also die SS entläßt die Zeugen des Lager­lebens in die Heimat. Das finde ich nicht klug. Sie wer­den doch auch sehr viel mitgemacht haben?"

Da ging mir die Geduld aus.

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Wissen Sie", sagte ich laut ,,, daß es uns verboten ist, über Lagerverhältnisse zu sprechen? Was fragen Sie also lange? Sind Sie froh, wenn Sie selber nie mit einem Kazet Bekanntschaft machen, und lassen Sie uns jetzt in Ruhe!"

,, Bravo!" rief ein älterer Bayer, der gegenüber saß, ,, da haben Sie recht gehabt. Das wäre eine Neugier!" Dann war Ruhe im Waggon, der Nachbar sagte nichts mehr. Einige lächelten.

In München stand ich mit Kameraden Allmer ziemlich ratlos am Bahnhof, erschüttert von dem Trümmerfeld, das sich überall unseren Augen bot, und fragte jemand, wo man denn da zum Südbahnhof gelange. Da stand auf einmal der alte Bayer neben uns, der im Zuge ,, Bravo!" gesagt hatte; er hielt sein Fahrrad an der Hand und bot uns freundlich seine Hilfe an: ,, Zum Südbahnhof wollen Sie? Da haben Sie ja eine halbe Stunde zu gehen. Aber warten Sie, ich werde Sie hinbegleiten, denn in Mün­ chen kennt sich ja der zehnte nicht mehr aus. Alles hin! Das haben wir diesen D... zu verdanken. Übri­

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