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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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,, Na, ist ja recht. Vergönne es Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen recht viel Glück dazu."

Ich sah ihm in die gütigen und treuen Augen und dachte mir: Du bist eigentlich das einzige, mit Ausnahme meiner Kameraden, um was mir einmal leid sein wird.

Heimkehr

Sooft ich am Hauptgebäude des Kazets in Riesen­lettern die Aufschrift prangen sah: ,, Es gibt einen Weg zur Freiheit. Seine Meilensteine heißen: Gehorsam, Ehr­lichkeit, Sauberkeit usw.", würgte mich ein Ekel und kam mir ein anderes Hoffnungswort in den Sinn: Es gibt nicht einen Weg in die Freiheit, sondern tausend Wege, wenn Gott es will. Und einen von diesen tausend Wegen wird er dich gehen lassen, wenn er dich in dieser Welt noch haben will; und er wird dich diesen Weg gehen lassen zur rechten Stunde. Das eine darf ich wohl sagen: Ich war niemals ein Pessimist und habe mein Schicksal von der Stunde der Verhaftung an bis zum Tage der Entlassung ruhig und vertrauend in Gottes Vaterhände gelegt.

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Am Ostermittwoch, 4. April, nach dem Morgenappell, wurde mein mein Name aufgerufen: Leopold Arthofer, Nr. 24642, Block 26, entlassen!" Gratulationen von allen Seiten, Grüße an die Heimat, Händedrücke, feuchte Augen, dann die Mahnung des Schreibers an die kleine Gruppe der Glücklichen: ,, Vorwärts, meine Herrschaften! oder wollt ihr hierbleiben?"

Noch einmal durfte jeder kurz in seine Baracke gehen, um seine Habseligkeiten zu verteilen und einige Klei­nigkeiten davon mitzunehmen.

Jeder ließ den Kameraden das meiste zurück; mit leichtem Gepäck und noch leichterem Herzen nahmen wir von Dachau Abschied. Pro forma mußten wir im Lagerrevier unterfertigen, daß wir im Kazet keinerlei

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