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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Ein anderer dieser Art mahnte einmal im Arbeitskommando Plantage: ,, Paßt's guat auf eure Schubkarrn auf, damit wir a noch a habn, wann wir an die Reih kommen!" Das waren Männer, die die zwangsweise Einreihung in die SS als ein Verhängnis betrachteten.

"

Wir möchten gerne mit euch Uniform tauschen. Ihr werdet in die Freiheit gehn, weil ja der Schwindel bald zu Ende sein wird. Uns aber wird man dann einsperren."

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Solche Äußerungen waren bald zu hören. Mich fragte einmal einer, mit dem ich zufällig einige Minuten in der Fabrik allein und unbeobachtet stand: ,, Was sind Sie denn eigentlich für ein Landsmann?" Ich antwortete: ,, Ein Österreicher." Da fiel er mir buchstäblich um den Hals und rief begeistert: ,, Ja, Servas, Landsmann! I bin a Weana! Na, laß da kane grauen Haar wachsen, das Tausendjährige Reich fangt schon zum rutschen an." Dann merkte er, daß jemand komme, steckte mir rasch noch einige Zigaretten zu und verschwand mit einem: Servas!"

Ein anderes Mal trat ein SS- Mann in einen Raum un­seres Betriebes, begann mit den dortigen Häftlingen ein ungezwungenes Gespräch und entfernte sich dann mit den lauten Worten:, Heil Hitler, meine Herren! Wie lange noch?"

In den letzten Monaten vor dem Zusammenbruch war das Kazet wohl immer noch nach den Prinzipien des Blutigen Heinrich geleitet, hielten noch immer hundert­prozentige Büttel die Fäden in der Hand, jeder SS- Mann riskierte sein Leben, wenn er sich auffällig machte, denn die Zahl der Hinrichtungen wuchs von Tag zu Tag; aber wir ahnten, daß die Bestie bereits in ihren letzten wil­den Zuckungen liege. Immer enger zog sich der Ring der Befreier um das versklavte Mitteleuropa , in dem Mil­lionen von Kazetlern wußten, daß nur das Ende der Partei und ihrer SS die Lebensrettung in letzter Stunde bringen könne.

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