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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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nichts von der Nähe des Konzentrationslagers und noch weniger davon, daß im Betrieb Häftlinge beschäftigt seien. Wenn wir könnten, möchten wir den ersten Tag von hier fort, aber mein Mann ist kriegsverpflichtet. Wie wird das alles einmal enden? Dieses Dachau ist eine Mördergrube, und wir können gar nicht helfen. Hier nebenan wohnt eine ganz verbissene SS - Familie. Aber sie sollen denken und treiben, was sie wollen, wir gehen unseren Weg weiter." So erzählte mir die alte Frau, während ich meine Jubiläumszigarre rauchte. Dann aber stand ich auf, dankte aus tiefstem Herzensgrund für so viel Liebe und Güte und stieg vom Himmel wieder in die Tiefe hinab. Auf einem Geheimweg gelangte ich in die Fabrik und war nun wieder Schutzhäftling Nr. 24642. Aber es war doch ein unvergeßliches Jubiläum gewesen.

SS sucht Mitschuldige

In den letzten Zeiten vor dem Zusammenbruch des Blutregimes Adolf Hitlers suchte die SS ihre Verantwor­tung auf eine möglichst erweiterte Basis zu legen und begann damit, Leute in die SS zu zwingen, die von der NSDAP . und der Garde des Führers nichts wissen woll­ten, ja in manchen Fällen erbitterte Gegner des Regimes waren. Vielleicht konnte das niemand anderer im Reich besser und drastischer beobachten als wir Kazetler.

Die SS war die absolut zuverlässige, mit Leib und Leben unbedingt verschworene Prätorianertruppe Adolf Hitlers , der durch die Aufstellung dieser blindgehor­samen Parteigarde seine Angst vor der breiten Masse ,, seines Volkes" und sein Mißtrauen gegen die deutsche Wehrmacht beurkundete. Wer zur SS ging und dort irgendwie Karriere machen wollte, mußte sich die neu­heidnische Weltanschauung Rosenbergs zu eigen machen, vor allem dem Christentum entsagen. Ein richtiger SS­Mann war also konfessionslos.

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