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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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draußen ein SS- Posten stand. Der Tisch war weiß gedeckt und mit Blumengewinden ringsum verziert. Auf ihm stand ein herrlicher Blütenstrauß. Nach einem Tischgebet trug die erwachsene Tochter ein Festmahl auf: Ge­backenes Huhn, Kaffee, Torte, Wein, Zigarren. Ich saß dort wie ein Träumender. Fast hätte ich zwei Stunden lang vergessen, ein Kazetler zu sein. Der Rückweg ging glücklich vonstatten. Als ich aber das Büro betrat, wartete dort Herr Mühlenmeister Christian Filippitsch, mein ober­ster Zivilvorgesetzter, und sagte: ,, Ja, aber wo sind Sie denn so lange gesteckt? Meine Frau hat Sie heute anläẞ­lich Ihres zwanzigjährigen Priesterjubiläums zum Mittag­essen erwartet, und nun ist alles kalt geworden."

Ich war perplex vor so viel Güte, denn Herr Filippitsch ist, nebenbei bemerkt, Protestant. Dennoch hatte er für meinen Gedenktag herzliches Interesse.

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Auch er versicherte mir, er habe alle Vorkehrungen getroffen, daß ich, von der SS unbemerkt, in seine Pri­vatwohnung gelangen könne; er werde übrigens, während ich bei seiner Familie sitze, hier in der Kanzlei selber Wache halten und mich sofort verständigen, wenn irgend­eine Gefahr drohe.-- Nun gab es nochmals Kaffee und Kuchen, Bier und eine gute Zigarre. Aber ich konnte nicht mehr viel essen. Mutter Filippitsch saß bei mir und bediente mich, das leise eingestellte Radio besorgte eine freundliche Festmusik.

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Einmal trat ich zum Fenster und beobachtete, wie einige SS - Leute gerade eine größere Schar ausgemergel­ter Gestalten vorüberführten und ich saß hier

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,, Ich bin eine alte Frau", sagte Mutter Filippitsch. ,.Glauben Sie mir, Herr Pfarrer, ich hänge nicht mehr am Leben. Was ich hier in Dachau mit eigenen Augen beobachtet habe, ist furchtbar. Ich fragte mich schon oft, sind denn diese SS - Leute überhaupt noch Menschen? Mein Mann ist getäuscht worden, als man ihm hier die Stelle eines Mühlenmeisters antrug, denn wir wußten

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