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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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lautete: ,, Mit Ihrer Entlassung kann gerechnet werden, wenn Sie sich verpflichten, Ihren Beruf gänzlich auf­

zugeben und zu heiraten."

große Heiterkeit.

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Damals gab es im Block

Mein lieber Freund hat nicht geheiratet, sondern wei­terhin auf Gott vertraut. Von den Amerikanern befreit, kehrte er in die Heimat und auf seine Pfarre zurück, wo man ihn mit Jubel aufgenommen hat.

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Gar manchesmal wurden jüngere Geistliche von SS­Leuten bemitleidet: ,, Schade um Ihr verfehltes Leben! Ein Pfaffe ist doch für das deutsche Volk eine ganz wert­lose Existenz. Sie scheinen noch einen guten Kern zu haben und wären so ein richtiger Kerl in unseren Reihen. Machen Sie doch Schluß mit der Romkirche und wir öffnen Ihnen den Weg zu Freiheit, Ehre und Glück." ( ,, Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest!" Ein altes Lied, zuerst von dem gesun­gen, der stets mit Trug um Seelen hat gerungen.---) Während der vier Jahre, die ich in Dachau zubrachte, wurden nur ganz wenige Geistliche entlassen, kaum einer aber in seine Heimat. Manche, von denen wir meinten, sie seien entlassen worden, kamen in Wirklichkeit vor irgend­ein Gericht, mußten eine Kerkerstrafe verbüßen, um dann wieder bei uns zu landen. Dr. theol. Franz Ohn­macht aus Linz wurde zum Beispiel entlassen und nach Gadebusch in Mecklenburg verbannt; General vikar Lam­pert von Innsbruck wurde entlassen und verbannt, dann wieder verhaftet und schließlich hingerichtet.

Einmal war ich Zeuge, wie ein SS- Mann einen Juden furchtbar mißhandelte, weil er einen Brief aus dem Lager schmuggeln wollte, der ihm den Weg in die Freiheit er­leichtern sollte. Ich sehe den tobenden Burschen vor mir, seine Augen glühten in abgrundtiefem Haß, während er dem jüdischen Kazetler zubrüllte: ,, Hund, entlassen willst du werden? Ja, wir werden dich entlassen, in einer Woche sollst du frei sein, aber nicht im Weg durch das Tor, sondern als Rauch durch den Kamin!" Und dabei

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