Und wer auch in der tiefen Not des Lagers den Klassen- und Bruderhaß nieht begraben konnte, war ein solcher.
In Dachau existierte eine ziemlich umfangreiche Häft- lingsbücherei, die jedem mit Ausnahme der Kranken und der Straikompanie zugänglich war. Alle Bücher, die aus der Heimat geschickt wurden, gingen automatisch in das Eigentum dieser Bücherei über. Leihgebühr war keine zu entrichten. Hier konnte der edelste und auch der ver- dorbenste Geschmack etwas Passendes finden, denn es lagen Bücherkataloge auf, aus denen man auswählen konnte. In den letzten Jahren wurde sogar eine Abtei- lung für religiöse Bücher geduldet.——
Die Lagerblechmusikkapelle habe ich schon früher er wähnt. Sie spielte hauptsächlich bei Besuchen, bei Exe&- kutionen, in den letzten Jahren unter Lagerführer Red- witz auch mehrere Monate beim Abendappell und an arbeitsfreien Tagen.—— i
Neben der Blechmusik hatte sich ein vorzügliches Streichorchester von fast künstlerischer Höhe entwickelt, an dem auch einige Geistliche von meinem Block begei- stert mitwirkten, sehr viele aber als Zuhörer an den Ver- anstaltungen regelmäßig teilnahmen. j
Der alte Spruch„Inter arma silent musae“:„Im Kriege
schweigen die Künste“, war also auch im Konzentrations-
lager nicht ganz berechtigt. Ob es in Dachau geborene Volks- oder Lagerlieder gab? Bekannt ist mir das erschütternde Esterwegenlied, da
aber nur selten zu hören- war, weil die SS solche Er
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Auf zum Appell!


