Druckschrift 
Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
  

reichen, aber d rief beinahe

e nichts!" Das würdiger Kauz! esicht geschrie­

hatte sich von Huchtartig den

eren.

en, ob er

nicht ens ergründen Morgen eine stammte aus e von der Ge­n dem Knaben

ermordet wor­

Dieser Junge, wenn er noch lebt, wird es einst Kindern und Kindeskindern erzählen: Deutsche waren es, die meine guten Eltern mordeten und mich als Kind in das Elend des Konzentrationslagers geworfen haben.

Freizeit in Dachau

An Sonntagen und staatlich anerkannten Feiertagen hatte der Großteil der SS - Wachmannschaft des Konzen­trationslagers dienstfrei und arbeiteten nur einige Be­triebe in beschränktem Ausmaß. Dann hatten auch die allermeisten Häftlinge, die in Arbeitskommanden stan­den, einen Ruhetag. Sie mußten nur zu den Zählappellen antreten, im übrigen konnten sie sich dann meistens

m Frauenkazet innerhalb des Lagers mit sich selbst beschäftigen. Merk­

schon tot. ser Haß gegen

" meinte er zu nem Deutschen , zu furchtbar

ein Liebstes ge­

ch ja auch ein das hätte er the hätten den

,

wolle er dank­ei mir entschul­

würdiger- oder vielmehr begreiflicherweise kam uns an solchen Tagen unser Elend mehr zum Bewußtsein als an den Arbeitstagen, und jeder Vernünftige suchte sich dann irgendwie von den Sehnsuchtsgedanken an Heimat, Beruf und Freiheit nach Möglichkeit abzulenken.

Die edelste und beliebteste Form der Freizeitgestaltung war dann wohl die Aussprache mit einigen guten Freun­den, unter ihnen war für mich auch unser heutiger Bundes­kanzler Dr. Leopold Figl . Politische Gegensätze traten in den Hintergrund, besonders bei uns Österreichern. Ich lernte in Dachau manchen Sozialdemokraten und Kom­munisten kennen, mit dem mich Bande ehrlicher, hilfs­bereiter Kameradschaft verknüpften. Wir vermieden Ge­spräche, die uns gegenseitig verletzt hätten, und trugen mit dem gemeinsamen Häftlingskleid auch unser gemein­8ames Los.

stammelte, ich sich ihm aber das Brot über­en Kinderaugen. Geistliche be­tgegenzuarbei

stentums zu be­eht verhindern:

Es ist unehrliche und unschöne Propaganda, wenn da und dort einer bei Schilderung des Kazetlebens Seiten­hiebe politischer Art versucht. Es gab bei allen Rich­tungen im Lager erstklassige Kameraden und bei allen auch einige ekelhafte Lumpen. Ich betone einige!

115