Druckschrift 
Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
  

L

==

e

H

t

S

n

Z

k

C

Ich wollte ihm meine gutgemeinte Gabe reichen, aber er zuckte mit seiner Hand heftig zurück und rief beinahe leidenschaftlich: ,, Nein, danke, ich brauche nichts!" Das ging mir über den Horizont. So ein merkwürdiger Kauz! Stand ihm der Hunger ins wachsbleiche Gesicht geschrie­ben, und dieses Benehmen! Der Student hatte sich von mir rasch abgewandt und verließ fast fluchtartig den Platz. Die Sache begann mich zu interessieren.

-

Dieser Junge, W

und Kindeskin meine guten El

So fragte ich einen polnischen Geistlichen, ob er nicht die Ursache dieses merkwürdigen Verhaltens ergründen könne. Von dem erfuhr ich am nächsten Morgen eine erschütternde Aufklärung. Der Student stammte aus einer angesehenen polnischen Familie, die von der Ge­ stapo völlig zerrissen worden war. Der von dem Knaben heißgeliebte Vater war in einem Kazet ermordet wor­den; sein Mütterlein lebte angeblich noch im Frauenkazet Ravensbrück oder war vielleicht auch schon tot.

-

Blend des Konz

An Sonntage hatte der Groß tationslagers triebe in besch allermeisten H den, einen Rul antreten, im i innerhalb des vürdiger- oder solchen Tagen den Arbeitstage irgendwie von und Freiheit n

Da hatte das Kinderherz ein namenloser Haß gegen alles Deutsche erfaßt. ,, Lieber verhungern," meinte er zu dem polnischen Geistlichen, ,, als von einem Deutschen ein Stück Brot annehmen!" Zu unfaßbar, zu furchtbar war das Leid, das nun den Sinn des um sein Liebstes ge­kommenen Studenten versteinerte.

Als ihm mein Kollege erklärte, daß ich ja auch ein Priester sei, erschrak er sehr und sagte, das hätte er nicht gewußt. Die Priester und die Kirche hätten den Polen kein Leid getan; von einem Priester wolle er dank­bar jede Hilfe annehmen, er wolle sich bei mir entschul­digen. Das tat er auch.

-

Die edelste

Tar dann wohl

den, unter ihne lanzler Dr. Le len Hintergru

lernte in Dach munisten kenr lereiter Kame präche, die uz

Etwas scheu trat er auf mich zu und stammelte, ich möge ihm sein Verhalten verzeihen. Als ich ihm aber herzlich die Hand schüttelte und ihm dann das Brot über­gab, standen Tränen in seinen noch klaren Kinderaugen. Ich bin überzeugt, daß sich polnische Geistliche be­müht haben, dem Haß in dieser Seele entgegenzuarbei­ten und durch das Gedankengut des Christentums zu be­siegen. Aber eines konnten sie gewiß nicht verhindern:

114

mit dem gemer

ames Los.

Es ist unehr nd dort einer

liebe politisch

angen im La

uch einige