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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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der heute auch en sollte: Arbei arlyle). urch drei Jahre - oder Pfeffer trieb, in dem ers Vogt( des Mühlenmeisters llter war, aus

Paprika und gemahlenen Drogen große Mengen von Er­satzgewürzen hergestellt wurden. Die etwa 60 Mann starke Häftlingsbelegschaft der kleinen Fabrik konnte sich über Hauptsturmführer Vogt nicht beklagen. Er war vielleicht von allen SS - Offizieren des Lagers der gerechteste und humanste und kam wegen dieser Einstellung manchesmal mit dem Lagerkommando in Konflikt. Der gute Geist des ganzen Betriebes aber war Vater Filippitsch, ein gläu­biger Protestant, der pflichtbewußt in Dachau seinen Got­tesdienst besuchte, der edelste Zivilist, den wir kennen­lernten, ein großer Wohltäter vieler ihm untergebener Kazetler, selbst erfüllt von tiefster Abneigung gegen die NSDAP . öfters sagte er zu mir: ,, Hätte ich vorausgeahnt, welche Verbrechen hier in Dachau geschehen, niemals hätte ich die mir angetragene Stellung eines Mühlen­meisters in der Gewürzmühle angenommen. Und ich freue mich auf den Tag, wo ich nichts mehr von dem ver­ruchten Lager sehen und hören werde."

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Wenn die SS gewußt hätte, von welchem Abscheu fast die ganze Zivilangestelltenschaft des Betriebes gegen sie beseelt war, es hätte ihr gegraut. Das brutale Blutregime eines Heinrich Himmler war nötig, um dem größten Volks­betrug aller Zeiten( um mich der Emphase Hitlers anzu­passen) eine so lange Lebensdauer zu sichern.

Im Kommando Plantage" durchlief ich die ganze ,, Karriere", die einem Schutzhäftling im günstigsten Fall möglich war: Arbeit im Freiland, beginnend mit dem An­pflanzen von Brennesseln auf langen Äckern, den ganzen Tag gebückt, weil Stehen als Faulheit und Arbeitsver­weigerung streng geahndet wurde.-

Nach einem dazwischenkommenden körperlichen Zu­sammenbruch Aufnahme zu leichterer Beschäftigung in der Gewürzmühle( Einfüllen und Zählen von Gewürz­tüten); hernach, als ich wieder etwas frischer war, mehrere Monate sehr anstrengende Arbeit in einer elek­trisch beleuchteten, fensterlosen, mit Eisentüren verschlos senen Darre( Heißluftanlage zum Trocknen der zur Ver­

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