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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Warum? Sehr einfach, weil er mich mit einem anderen verwechselt hatte. So gab es täglich Dinge, die nichts mit einer Lagerstrafe zu tun hatten und doch schwer auf die Nerven fielen.

Manchen Morgen rückten wir zur Arbeit aus, an dem un­durchdringlicher Nebel über der Gegend lag. Man ließ uns deswegen nicht zu unserem Arbeitsplatz marschieren, son­dern wir mußten vor dem Tore stundenlang warten, oft bis gegen Mittag. Erst wenn die Sonne siegreich durch die Wolken brach, setzte sich unser Zug in Bewegung.

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Schafherde ständig umschlichen von hinterhältigen SS­Leuten, das ist eines der ödesten Erinnerungsbilder jedes Kazetlers. Im Zusammenhang mit solch geistlos em Dasein kann man den manchmal laut werdenden Spaß verstehen: ,, Jeder, der mindestens sieben Jahre im Kazet war, hat das Recht, zu rappeln."

Unser Dienstältester" in Dachau war ein reichsdeut­scher Geistlicher, den die Gestapo bereits über zehn Jahre ,, betreute" und der trotzdem noch lebte. Ob er noch Nerven hatte? Ich will darüber nichts sagen, denn er könnte es vielleicht doch zu lesen bekommen. Und wir waren gute Kameraden.

Sehr unangenehm wurde es für uns alle, wenn es ein­mal einem oder gar mehreren gelang, zu fliehen. Aus dem Lager selbst war ja eine Flucht unmöglich. Ein tiefer Wassergraben rings um das ganze Kazet, Spanische Rei­ter mit Starkstrom geladen, ein hoher, ebenfalls geladener, bei Nacht hellbeleuchteter Drahtzaun, ein Wehrgang für die SS, eine zwei Meter hohe Betonwand, gekrönt von

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