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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Dachau eine eigene Abteilung für die Malariaversuche ein­gerichtet, in der gesunde Häftlinge mittels der Malaria­mücke infiziert und dann mit verschiedenen Versuchs­medikamenten vergeblich behandelt wurden. Als ,, Beloh­nung" bekamen sie meistens eine bescheidene Lebens­auch mittelzubuße. Wie die bittere Erfahrung lehrte polnische Geistliche nahm man als ,, Versuchskaninchen"-, wurden die Vergewaltigten zu bedauernswerten Ruinen, wenn sie nicht starben. Im günstigsten Fall erlitten die so ,, Behandelten" periodische Rückfälle und nahmen in ihre Heimat ein furchtbares Andenken an die Bestialität des Gestaporegimes mit. Ein Professor, Dr. Klaus Karl Schil­ling, der am 12. Dezember 1945 dafür zum Tod verurteilt wurde, ein alter, etwas gebeugter Mann von unsympathi­schem Aussehen, leitete die Malariaversuchsstation. Wir sahen ihn unzählige Male durch das Lagertor hereinkom­men und durch unsere Reihen schreiten: hastig, den Blick immer auf den Boden geheftet, das böse Gewissen. Oder hatte er keines mehr?

Wie viele Menschen er durch seine Mücken umgebracht hat, weiß ich nicht. Auch nicht, ob er der Wissenschaft große Verdienste erwiesen. Eines ist sicher: den deut­schen Namen hat auch er geschändet. Vielleicht war er nicht ganz normal und von einer krankhaften Idee beses­

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Einem Kameraden, der auch als sein Opfer zitiert wor­den war, der sich aber als einer der ersten energisch weigerte, sagte er vorwurfsvoll: ,, Ich bedaure sehr, daß Sie so wenig Verständnis und Opfersinn für die Förderung der deutschen Wissenschaft haben."--

Ein mir gut bekannter Oberösterreicher, der auch in Dachau landete, kam von dort als Versuchskaninchen zugleich mit anderen nach Buchenwalde. Als man die Opfer dem dortigen SS - Arzt vorstellte, meinte dieser ge­mütlich: ,, Da haben wir ja schon wieder eine ganz nette Käfersammlung beisammen!" Einer nach dem andern wurden sie mit Flecktyphusbazillen infiziert, aus den Er­

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