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verlassen dürfe. Da Weiß aus Menschlichkeit, Furcht vor den Folgen oder sonst einem Grund diesen Befehl verheimlichte und nicht sogleich an dessen Ausführung schritt, wurde er dafür vom Lagerführer Rupert angeschossen. Wieviele Menschen in Dachau hingerichtet wurden, vermag kein Kazetler anzugeben, das kann jetzt von anderen, die Einblick gewonnen haben, einigermaßen geschätzt werden; eine genaue Zahl festzustellen, ist jedoch gänzlich unmöglich. Die Leichenverbrennung leistete hier der Verbrecherarbeit der Gestapo Vorschub. Die Asche der Hingerichteten wurde wie Kehricht spurlos verscharrt.
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Freilich, den Angehörigen stellte man manchmal über ausdrücklichen Wunsch eine Blechbüchse mit Asche zur Verfügung, doch wage ich zu zweifeln, ob jemals die echte Asche enthalten war.
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Durch meine Arbeit in einem Außenkommando hatte ich im letzten Jahre Gelegenheit, die Asche eines polnischen Kameraden aus dem Lager zu schmuggeln. Wir hatten dem Kapo des Krematoriums Zigaretten und etwas Lebensmittel gegeben, und er versicherte uns dafür, daß wir gewiß die echte Asche erhalten sollten. Aber ich meine, er hat über uns gelacht, die Zigaretten verraucht und sich gedacht: Eine Asche gleicht ja doch der anderen! ( Im Krematorium arbeiteten keine politischen, sondern kriminelle Häftlinge.)
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Einmal, und im letzten Jahre, wurde ein russischer Kazetler, weil er ein Kabel durchschnitten hatte, im Lager selbst vor den angetretenen Arbeitskameraden nach Verlesung des„ Urteils" öffentlich erhängt. Er zeigte sich sehr ruhig und gefaßt, reichte einigen zum Abschied noch die Hand, und seine letzten Worte waren: ,, Grüßt mir die Heimat!"
Alle anderen Hinrichtungen fanden im Henkerhof des Bunkers, beim Krematorium, auf den Schießplätzen der SS, also außerhalb unseres Blickfeldes, statt. Wir hörten die Schüsse, wir sahen die Verurteilten auf ihrem letzten
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