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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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ige Male nach End

stattfand und vor Revier begeben, um sich dort ärztlich untersuchen zu Auf das Kommand lassen. Fehlte nach dem Gutachten des berüchtigten Re­e, die sich kraal vierkapos Heiden Sepp, der zu unserer großen Beschä­ach eventuell Grob mung Österreicher war, dem Patienten nicht viel, dann , in einer Reihe an bestand die Kur( unter Hofmann) sehr oft in einigen Ohr­meit eines Häftlings feigen und einem schmerzlichen Hinauswurf, der buch­arer sagen, was ihn stäblich zu nehmen ist.

Das Häftlingsrevier war modern eingerichtet. Röntgen­dann folgendes Ge abteilung, Operationsraum, Apotheke, Sezierraum, Be­strahlungsapparate, elektrischer Schwitzkasten, eigene

Abteilung für Tuberkulose und venerische Erkrankun­einigen Tagen sei gen, in den letzten Jahren auch ein eigenes Bad. Blinddarmentzü Geleitet war es meist von zwei SS- Ärzten, die aber nur wenig in Aktion traten. Sie überließen fast die ganze

last dich halt an de ärztliche Tätigkeit, auch den Operationsraum, den vielen Ärzten, die die Gestapo als Häftlinge nach Dachau ge­bracht hatte und die fast durchwegs ihren Dienst in auf­

tritt, der Mann lie opferungsvoller Weise versahen. Ich erinnere mich daran,

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mit welcher Dankbarkeit und Achtung viele Kazetler von einem polnischen Chirurgen sprachen, der unter dem

auchoperation hint Decknamen ,, Ali"( Alexander) lagerbekannt war. Keiner

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wollte von einem SS- Arzt operiert werden, denn wir wußten, wie ein solcher das Leben eines Häftlings ein­schätzte. Kam ein Besuch ins Lager, dann zeigte man ihm vor allem die ersten zwei Revierblocks, in denen sich die erwähnten modernen Einrichtungen hauptsächlich befanden, um auf diese Weise zu dokumen­tieren, wie human und vorzüglich in Dachau für kranke Häftlinge vorgesorgt sei. Es dürfte aber kaum einmal ein nicht zur SS gehörender Besuch in die Krankenbaracken selber geführt worden sein, denn dort herrschte Elend, Hunger und Dürftigkeit, Mangel an Medikamenten, mit­unter auch Roheit und Sadismus einzelner Unterpfleger.

Ich selber war zweimal im Revier und schreibe nur, was ich selber gesehen habe. Ein Sterbenskranker( polnischer Priester) wurde von einem Unterpfleger, dessen Namen ich nicht mehr weiß, schwer geohrfeigt und mußte sich,

5. Arthofer, Konzentrationslager.

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