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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Wäsche, Koffern und Gepäck. Da dachte ich manchmal an die Kreuzwegstation: Christus wird seiner Kleider be­raubt. Und daneben die grinsenden Henker. Zur selben Stunde aber sprach im Radio der ,, Idealist" Fritsche mit klangvoller Stimme und in hochtrabenden Phrasen von der Kulturmission des Dritten Reiches .

Mehrmals mußte zu meiner Zeit das ganze Lager block­weise im Bad antreten, damit die SS Mann für Mann un­tersuchen konnte, wieviel Goldzähne jeder besitze. Da wir ja doch alle mehr oder weniger zum Tod verurteilte ,, Volksschädlinge" waren, wollte man den einzigen Wert, den wir noch bei uns trugen, genauestens registrieren, damit er nicht etwa durch ,, unredliches" Krematoriums­personal verschoben werden könnte.

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Interessant waren auch die Preise in der Lagerkantine. Die armseligsten Dinge mußten zu so hohen Wucher­preisen bezahlt werden, daß im Reich jeder Geschäfts­mann für solche Preise zu Zuchthaus und Tod verurteilt worden wäre. Die SS- Kantinen verwaltung bereicherte sich aus dem Hunger der Gestapoopfer, die für ein Glas Gemüse 10 RM, einen Becher stinkender Muscheltiere 1 RM und mehr bezahlten und dabei noch glücklich waren, daß sie etwas zum Hinunterwürgen hatten. Sämt­liche Putzmittel zum Reinigen der Blocks, die Bürsten, Lappen, Besen, das Bodenwachs und das Schmiergel­papier, das Läusepulver und die meistens vertrocknete und wertlose Schuhcreme mußten in der Kantine teuer gekauft werden. Und da ein Großteil der Kazetler über­haupt kein Geld besaß, gaben wir gerne und bereitwillig für die Kranken im Revier und sonstige Arme fortlaufend große Summen von dem Geld, das wir Priester aus der Heimat erhielten.

Es schien vielen SS- Leuten sehr unangenehm zu sein, als in den letzten Jahren die Paketerlaubnis gegeben wurde.

Sie waren offenbar von großer Sorge bedrückt, es könnte uns nun in Dachau zu gut gehen. So schützten

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