Druckschrift 
Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen

bin ich dem iland zugeteilt. leppe ich mich Grabens, der

e. Da finde ich

Trotz der nun von unseren Angehörigen reichlich ein­laufenden Lebensmittelhilfe starben noch manche Geist­liche, weil sie bereits zu schwach geworden waren; die restlichen aber erholten sich in einigen Monaten zu­sehends, auch bei mir verschwanden nach einiger Zeit alle ödemerscheinungen, neue Körperkraft und frische Hoffnungen machten uns das Lagerleben wieder erträg­licher. Jene wenigen treuen Freunde, die mir durch ihre hle unter Dach Lebensmittelpakete Rettung brachten, werde ich niemals

retter. Kaplan schreiber, am 138 in Dachau ,

Der seelengute

öhm aus Wien , burg, ebenfalls täglich etwas hter Kartoffeln

riksklosett ver­inunterschlinge, merwecke; und

dem, das nicht während täglich

rzeln und Kräu­archfall, und das ja damals auch

einander sicher 1942 die lang­zentrationslager

vergessen.

Aber wie unsagbar arm waren die Zehntausende an­derer Kazetler, die keine Pakete erhielten, weil sie ent­weder aus dem Ausland oder sonst ganz verlassen waren!

Von nun an bildeten die Paketempfänger, vielleicht ein Drittel der Lagerinsassen, die Kapitalisten", die benei­deten Lebemenschen", die anderen aber die hilflosen Proletarier". Ein wahrhaft trostloser und peinlicher Zu­stand, denn die Lagerkost wurde, soweit dies überhaupt noch möglich war, immer noch schlechter und weniger.

Die meisten Paketempfänger des Lagers waren Kame­raden, manche Egoisten, wie es eben schon unter Men­schen ist. Auch von uns Priestern waren weitaus die meisten hilfsbereit, manche aufopferungsvoll und selbst­los, auf sich selber ganz vergessend. Schließlich wollen wir hier das letzte Urteil nicht irgendeinem voreingenom­menen Kirchenfeind, der auch im Lager seine Gehässig­keit nicht begraben konnte, sondern dem gerechten Beob­achter und unserem Herrgott überlassen.

Zeit von Lager­hau", aus Sadis­auch, nach der bnis, anfänglich drosseln, indem in einziges Paket ihm kurze Zeit gen und er ver

So wie es selbstverständlich ist, daß der Vater seinem Kind und der Freund seinem Freund zuerst hilft und dann erst anderen, haben auch wir die Not unserer eige­nen Mitbrüder und weltanschaulich Gleichgesinnter zu­erst, aber durchaus nicht einseitig, wahrgenommen. Daß wir, die wir die meisten von zu Hause nur bescheiden beliefert werden konnten, nicht das furchtbare Elend des Kazets bannen konnten, ist eine Tatsache, die nur Un­vernunft und Bosheit übersehen könnte.

57