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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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chwäche bewußt Gar manchesmal drohte uns die Lagerführung, man einem Jahr die werde uns Geistlichen wegen dieses immer wieder vor­nischen Kollegen kommenden ,, Mißbrauches" die Kapelle entziehen. Es Restlichen mehr mußte aber doch ein strenger Befehl aus Berlin vorliegen, nke sogar ihren so daß uns dieses Leid erspart blieb.

Erwähnt sei auch, daß wir einen herrlichen Kirchen­Blockkaplan" gehor hatten. Unsere Kameraden Schraml und Moosbauer de bewilligt, daß als erstklassige Musiker, Komponisten und Dirigenten dürfe, Um einen gaben sich alle Mühe, besonders für Weihnachten, Ostern man, jeden im und andere Hochfeste, uns in der Kapelle unvergeßliche assen. Ich durfte Freuden zu schenken. Auch manches neue Kirchenlied meiner Haft sogar wurde in Dachau geboren und lebt als traute Erinnerung an die einzige Stätte fort, die wir in Dachau liebgewon­

st ungestört, Ab- men hatten.

auszusehen war, Bischof Michael Kosal von Leslau, mein Stubenkamerad Mütze abnahm, auf Block 28, konnte vor seinem Tode nur ein einziges wiederholt Fälle Mal die hl. Messe lesen. Dann hatten wir lange keinen en ihrer Häßlich- Bischof mehr unter uns, außer dem greisen orthodoxen Erzbischof von Prag . 1944 brachte man aber Bischof

dienstraum unter Gabriel Pignet von Clermont- Ferrand als Häftling nach Waffen, Geheim- Dachau, zugleich mit einem Bruder der Kaiserin Zita cheinander, ohne( Prinz Xavier von Parma- Bourbon), dem die SS einige zten zwei Jahren Hippen eintrat. Bischof Pignet hatte öfters Gelegenheit, in ehässiger Absicht unserer Mitte ein feierliches Bischofsamt zu feiern. Auch

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priester sich zur

e mit einem Ab die alten, arbeits­

81 Jahre, mußten

weihte er den todkranken Diakon Leisner insgeheim zum Priester( 17. Dezember 1944).

Da im letzten Jahr auf Block 26 Priester fast aller europäischen Länder versammelt waren( es wurden unter uns zirka 20 verschiedene Sprachen gesprochen), hielt man öfters lateinische Predigten, und an Sonntagen ver­

und durften nie- Sammelten sich womöglich die einzelnen Nationen manch­

oft

mal auch zu einem Gottesdienst in ihrer Muttersprache. In den letzten Wochen mußte die Kapelle an den Werk­taigen leider auch als Arbeitsraum der Geistlichen benützt werden.

te. Da gab es zumal die meisten tz des SS - Verbots en den heimlichen fang der hl, Kom

Die etwa siebzig evangelischen Pastoren, die mit uns in bester Kameradschaft lebten, benützten die Kapelle

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